

Vier mögliche Vertragspartner stehen in Schömberg Gewehr bei Fuß, um im Ortsteil Langenbrand eine große Windkraftanlage zu errichten. Bisher dreht sich dort erst ein Windrad – und das seit Anfang der 90er-Jahre. „Die vier Unternehmen haben sich in einer Arbeitsgruppe des Gemeinderates vorgestellt“, verriet Bürgermeisterin Bettina Mettler der PZ auf Anfrage. „Zwei dieser vier Firmen werden sich auch im ganzen Gemeinderat präsentieren.“ Vergangene Woche machte sie sich zusammen mit Kommunalpolitikern auf eine Reise nach Bayern auf: „Wir haben dort eine Windkraftanlage im Wald angeschaut, so wie sie auch bei uns aussehen könnte.“
Doch ob überhaupt in Schömberg die Windenergie mit Macht vorangetrieben wird, steht für die Rathauschefin in den Sternen. Denn Mettler wägt ab: „Entweder bekennen sich die Bürger und alle politischen Vertreter zu dieser Energieart, dann muss auch der von der Windkraft her sinnvollste Standort gewählt werden, selbst bei einer Nabenhöhe von 140 Metern.“ Gemeint ist die Höhe des Rotors. „Oder wir lassen es eben ganz sein.“ Deshalb sei weniger ihre persönliche Meinung, als die der Bürger gefragt.
Eines zeichnet sich jedoch schon ab: In dem bereits unter ihrem Vorgänger Gerhard Vogel (CDU) im Jahre 2003 beschlossenen Flächennutzungsplan (FNP) sind zwar mit der Langenbrander Höhe und der Charlottenhöhe zwei Standorte als Vorranggebiete ausgewiesen worden. Wenn im nächsten Jahr der FNP fortgeschrieben werde, wolle die Verwaltung vorschlagen, beide Bereiche weiterhin wie bisher für Windräder vorzusehen, kündigt Bauamtsleiter Matthias Leyn an. Allerdings scheint Langenbrand die besseren Karten für eine Verwirklichung zu haben. „Aus Sicht unserer Gesprächspartner ist nur Langenbrand sinnvoll“, sagt Mettler.
In der Nachbargemeinde Höfen wird man diese Nachricht gern vernehmen. Schließlich hat sich der dortige Bürgermeister Holger Buchelt in der Gemeinderatssitzung am Montagabend gegen die Charlottenhöhe als „ungünstigen und nachteiligen Standort“ positioniert. In dieser Ratssitzung ermunterte auch Regionalverbandsdirektor Dirk Büscher noch einmal dazu, im FNP festzulegen, wo Windkraftanlagen Platz finden. So wie es Schömberg schon vor acht Jahren praktiziert hat.
Bürgermeister-Kollegin Mettler macht aus ihrer Haltung keinen Hehl: „Ich bin eher dafür, an einer sensiblen Stelle einige wenige Windräder aufzustellen, als überall viele Anlagen zu errichten. Allerdings würde ich am liebsten dort den Strom ernten, wo am meisten Wind bläst – beispielsweise an der Nordsee.“
Autor: Bruno Knöller I schömberg



