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28.11.2011

Angler an der Würm sind frustriert

TIEFENBRONN-MÜHLHAUSEN/NEUHAUSEN Sie haben ihre Anhänger mobilisiert, Politiker für sich gewonnen, ein Alternativkonzept ausgearbeitet, Eigeninitiative angeboten und viele Argumente vorgebracht: Doch am Ende hatte der Anglerverein Würmtal doch keinen Erfolg am Haken.

Das Löw-Wehr im Würmtal unterhalb des Tiefenbronner Teilorts Mühlhausen wird nun doch abgerissen. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. Axel Frey, der Leiter des Kreisumweltamts, geht von einem Zeitfenster bis zum späten Frühjahr 2012 aus. Vorsitzender Jürgen Kunow (Niefern-Öschelbronn) und die 50 Mitglieder vom Anglerverein Würmtal sind enttäuscht. Mit Schreiben vom 21. November sei man vom Enzkreis davon unterrichtet worden, dass das Umweltamt dem Antrag des Regierungspräsidiums entspreche. Ausgangspunkt ist eine EU-Richtlinie, die die Durchgängigkeit von Wasserläufen gewährleisten soll. Das in die Jahre gekommene, noch auf die Flößerzeiten der Würm zurückgehende Löw-Wehr hätte zeitgemäß saniert werden können, aber das sei von den Behörden nicht gewollt gewesen, wie Kunow betrübt feststellt. Sein Verein habe stets den Kompromiss gesucht. In Eigenleistung hätte man die sogenannte Stellfalle, ein mittlerweile zusammengefallenes Relikt aus Flößerzeiten, wieder instandgesetzt, und die EU-Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt, indem man einen neuen Fischpass angelegt hätte.

Axel Frey vom Umweltamt betonte, dass man sich die Argumente des Anglervereins im Verfahren angehört habe, obwohl der Verein offiziell kein Träger öffentlicher Belange sei. Sein Amt habe eine neutrale Position eingenommen. Der Anglerverein müsse zur Kenntnis nehmen, dass sogar der Landesfischereiverband keine Einwände gegen das Abrissprojekt gehabt habe. Eingesetzt für die Anliegen der Angler hatten sich der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Rülke und der FDP-Bundestagsabgeordnete Erik Schweickert. Sie kritisierten nun in einer gemeinsamen Presseerklärung „den geplanten Rückbau des Löw-Wehres in der Würm auf den Gemarkungen Neuhausen und Tiefenbronn“. Die Schleifung der Wehranlage ist den beiden Parlamentariern nicht nur aus kulturhistorischer Sicht ein Dorn im Auge. Auch gewässerökologisch sei der Abbruch womöglich mit erheblichen Risiken behaftet.