

EISINGEN. Eine Reise nach Nordvorpommern unternahmen die Besucher der „Lindenhoftage“ in Eisingen. Die Lesung von Andreas Klotz aus seinem gleichnamigen Buch „Im Zaubergewölbe der Stille – Erlebnisse und Eindrücke in Nordvorpommern“ war ein Höhepunkt der vom Musikverein Eisingen veranstalteten Kulturwoche im Lindenhof.
Andreas Klotz, der 1959 geboren wurde, lebte fast 30 Jahre in Eisingen, bevor er nach Hamburg zog. Dort arbeitet er heute als selbstständiger Umweltpädagoge, naturkundlicher Wanderführer und Autor. Viele Eisinger kennen Klotz als Gründungsmitglied des hiesigen Jugendzentrums. Als passionierter Naturkundler und Naturschützer hat er sich im Frühjahr 2006 in einen entlegenen Winkel Deutschlands aufgemacht. Im Landkreis Nordvorpommern war er drei Monate lang unterwegs, um im Rahmen eines bundesweiten „Brutvogelmonitorings“ Vögel zu beobachten und zu zählen.
„Die Eindrücke und Erlebnisse, die Andreas Klotz dabei machte, sind beeindruckend und spannend, und sein Buch ist als Lektüre sehr zu empfehlen“, führte Musikvereinsvorsitzender Jürgen Kunzmann in die Lesung ein. Das Besondere des Buches zeigt sich schnell, wenn Klotz zu lesen beginnt, denn es ist vieles zugleich: Zum einen ein unterhaltsamer Reisebericht, mit heiteren Anekdoten über fehlende Heizung und die Mühsal, Gepäck für drei Monate mit sich herumzuschleppen. Zum anderen bringt das Buch unaufdringlich die Eigenheiten der Landschaft, ihrer Tier- und Pflanzenwelt zur Anschauung. Auch der menschliche Bereich, die kleinen Ortschaften ohne Laden oder Gaststätte und die riesigen Ackerflächen im weiten Land macht er zum Thema.
Vor allem aber vermag Klotz die außergewöhnliche Atmosphäre zu vermitteln, die er erfuhr, wenn er am frühen Morgen bei Nebel oder am späten Abend und in der Nacht durch kleine Wälder, Erlenbrüche oder feuchte Wiesen streift. Dort umgibt ihn „eine andächtig machende Stille, trotz der vielen Geräusche, die Tiere, Wind und Wasser verursachen. Mir scheint, als wüchsen die Teiche und Tümpel, die Aktivitäten der Tiere, das sanfte Rauschen des nahen Waldes, die aufziehenden Nebelschwaden und der sich nun mit Sternen bevölkernde Himmel zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Was sie vereint, ist die Stille.“
Die Autorenlesung im Lindenhof war eingebettet in Vorträge des Holzbläser-Ensembles des Musikvereins Eisingen unter Leitung von Carmen Ritzmann. Den Abschluss der Kulturwoche des Musikvereins machte ein Platzkonzert des großen Blasorchesters vor dem Lindenhof.
Autor: martin schott



