
REMCHINGEN. In Remchingen drohen Arbeitsplätze verloren zu gehen. Der Automobilzulieferer Johnson Controls hat am Freitag angekündigt, die Leiterplatten-Bestückung von Remchingen in die Werke Skopje in Maze-donien und La Ferté-Bernard in Frankreich zu verlagern. Insgesamt seien rund 90 Arbeitsplätze von insgesamt 210 an dem Standort im Enzkreis betroffen, so eine Unternehmenssprecherin. Gleichzeitig solle die Elektronikfertigung von anderen Standorten nach Remchingen verlegt werden. Dadurch würden eventuell neue Arbeitsplätze geschaffen, sagte die Sprecherin am Freitag der Nachrichtenagentur ddp.
Die Arbeitnehmervertreter seien informiert worden, Beratungen würden unverzüglich aufgenommen. In einer Pressemitteilung begründet das Unternehmen die Maßnahme mit dem anhaltenden wirtschaftlichen Druck in der Automobilindustrie durch die eingebrochene Konjunktur. Reagiert werde auf die Konsumzurückhaltung der Verbraucher und auf den Rückgang des Produktionsvolumens bei fast allen Automobilherstellern. Hinzu kommen hohe Energiepreise und ständig steigende Rohstoffkosten.
Wie Johnson Controls weiter mitteilt war von der Konzernzentrale bereits Anfang September ein weltweites Programm zur Restrukturierung angekündigt. Fertigungskapazitäten sollten demnach europaweit besser ausgelastet werden. Davon ist nun auch der Standort Remchingen betroffen. Dort will sich das Unternehmen künftig ganz auf die Herstellung von Spezialelektronik konzentrieren.
Wie die Geschäftsführung bei einer Mitarbeiterversammlung bekanntgab, sei in diesem Zusammenhang auch die Verlagerung von weiterer Elektronikfertigung nach Remchingen geplant. Genauere Angaben dazu könnten erst gemacht werden, wenn die betroffenen Mitarbeiter informiert worden seien.
Johnson Controls beschreibt sich selbst als eines der weltweit führenden Unternehmen in der automobilen Innenausstattung und Elektronik. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben rund 140 000 Mitarbeiter an 1300 Standorten in 125 Ländern. pm/ddp



