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13. Januar 2012
Genau hinsehen: In der Ellmendinger Postfiliale werden die Kunden von Agnes (links) und Natalie Kaiser bedient. Nicht jeder schnallt auf Anhieb, dass er es mit Zwillingsschwestern zu tun hat, denn die beiden Frauen wechseln sich fast immer bei der Ar
Genau hinsehen: In der Ellmendinger Postfiliale werden die Kunden von Agnes (links) und Natalie Kaiser bedient. Nicht jeder schnallt auf Anhieb, dass er es mit Zwillingsschwestern zu tun hat, denn die beiden Frauen wechseln sich fast immer bei der Arbeitszeit ab. Der Anblick hat also Seltenheitswert. Foto: Marx

Bei Zwillingen geht in Ellmendingen doppelt die Post ab

Keltern-Ellmendingen. Die Zwillingsschwestern Agnes und Natalie Kaiser aus Pforzheim arbeiten beide abwechselnd in der Ellmendinger Postfiliale.

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Die Dame machte einen ziemlich verdutzten Eindruck, sagt Agnes Kaiser mitfühlend und Natalie Kaiser schmunzelt: „Ja, auch so was kann passieren.“ Was war geschehen? Eine Kundin hatte ein Paket in der Postfiliale an der Durlacher Straße im Kelterner Ortsteil Ellmendingen aufgegeben und war danach schnurstracks mit dem Bus in die Pforzheimer City gefahren, um in der Schlössle-Galerie zu shoppen. Und hier traf sie unvermittelt auf dieselbe Frau, die sie gerade eben noch in der Ellmendinger Postfiliale bedient hatte. Das zumindest musste die völlig überraschte und gleichsam ahnungslose Kundin annehmen. Magische Momente mit Déjà-vu-Effekt im Einkaufsparadies? Die Wirklichkeit gestaltete sich einfacher: Sie war bei ihrem Einkauf lediglich der Zwillingsschwester begegnet. Der Clou: Auch sie arbeitet in der Ellmendinger Postfiliale. So eine Konstellation hat Seltenheitswert bei der Deutschen Post.

Der optische Dopplereffekt ist bisheute so manchem Kunden, der den Schalterraum betritt, nicht bewusst. Selbst Kelterns Bürgermeister Ulrich Pfeifer kam erst vergleichsweise spät hinter das Geheimnis der Ellmendinger Postfiliale. Auch hier half Kommissar Zufall. Denn nachdem der Verwaltungschef das Geschäft verlassen hatte, begegnete er in der benachbarten Lindenstraße auf dem Rückweg zum Rathaus vermeintlich exakt der freundlichen Dame, die ihn noch vor 30 Sekunden bedient hatte. Erst durch diese Begegnung der seltsamen Art habe es bei ihm geklingelt, erinnert sich Pfeifer und findet die Personalkonstellation in der Postfiliale spitze.

„Teuflisch“ ist, dass die Zwillingsschwestern in vielerlei Dingen den gleichen Geschmack haben. Wenn aber die Kleidung nahezu identisch, die Haarfarbe in leuchtendem Kupfergold gleich und selbst das Brillengestell und der Schmuck weitgehend ähnlich sind: Wie soll man sie dann zuordnen können? An der Stimme bestimmt nicht, denn auch die klingt gleich. Am ehesten unterscheiden sich die beiden 41-Jährigen in ihrem Temperament: Agnes, die seinerzeit in einem kleinen Städtchen in Kasachstan entbunden wurde, kam dort 15 Minuten früher zur Welt als ihre Zwillingsschwester Natalie. Agnes gilt als die Ruhige, Natalie als die Energische.

Die Kunden waren in den ersten Jahren regelrecht baff: Die freundliche Dame war nie krank und brauchte keinen Urlaub. Eher selten wurde sie mal durch eine ältere Dame aushilfsweise vertreten. Bei der Deutschen Post, so sprach sich in Ellmendingen herum, arbeitet jemand, der ganz besonders fleißig ist. Doch das Wunder von der Durlacher Straße hatte ein klar definiertes Erfolgsrezept: Doppelt gemoppelt hält besser.

Autor: Peter Marx

13.01.2012
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