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Bibliotheksleiterin Petra Kunzmann und Bürgermeister Martin Steiner freuten sich über die Interimslösung. Foto: Molnar
Bibliotheksleiterin Petra Kunzmann und Bürgermeister Martin Steiner freuten sich über die Interimslösung. Foto: Molnar
16.10.2016

Birkenfelder Bücherei zieht in Werkstatt um

Innerhalb einer Woche war alles geregelt: Im leerstehenden Autohaus Schrafft in der Gräfenhäuser Straße 25 wird vorübergehend die Birkenfelder Gemeindebücherei eingerichtet. „Ich freue mich, dass wir eine Interimslösung gefunden haben“, sagte Bürgermeister Martin Steiner bei der offiziellen Einweihung. Bis 2018 soll die Ausleihe dort stattfinden.

Zahlreiche Gäste ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, die Notbibliothek in Augenschein zu nehmen und beim Bücherflohmarkt in der früheren Werkstatt zu stöbern. „Das ist der größte Beweis, dass Ihnen die Bibliothek am Herzen liegt“, so Steiner, der die Ereignisse von August noch einmal aufrollte. Nach dem Brand im ehemaligen Rathaus, wo sich die Bücherei und zwei Wohnungen befanden, musste kurzfristig nach einer Lösung gesucht werden (die PZ berichtete). Diese über ein Jahr zu schließen, sei nicht infrage gekommen. Auch eine Containerlösung wurde abgelehnt. Schließlich konnte das zum Verkauf stehende Volvo-Schrafft-Gebäude angemietet werden. Bereits eine Woche nach dem Brand wurde der Schlüssel übergeben.

„Die Lösung ist gut“, freute sich auch die Leiterin der Gemeindebücherei, Petra Kunzmann, die sich wie Steiner bei allen Beteiligten für die unkomplizierte Hilfe bedankte. Ebenso binnen einer Woche konnte der Umzug vollzogen werden, 700 Kartons plus das komplette Mobiliar wurden transportiert. Schnell mussten die nassen und trockenen Bücher getrennt, behandelt und sortiert werden. Nicht alles konnte gerettet werden. 75 Prozent des Bestandes wurde untergebracht, ein Teil überdies im alten Grundbuchamt eingelagert. Zudem gebe es einen Magazin-Bestand auf Anfrage.

Ein großes Problem sei die reduzierte Fläche von 160 Quadratmetern gewesen, vorher waren es 400. „Wir sind im Probebetrieb und suchen noch“, so Kunzmann. Bürgermeister Steiner zufolge sollen in der nächsten Gemeinderatssitzung die Weichen für die Weiternutzung des zu sanierenden Brandgebäudes gestellt werden.

Außerplanmäßige Gelder wurden eingestellt. Möglich wäre, den Dachstuhl künftig für die Bibliothek oder Vereine zu nutzen und nicht mehr zu vermieten. Im Erdgeschoss könne ein Café als Ort der Begegnung entstehen. „Wir nutzen das Unglück als Chance, die Bücherei zu erweitern“, so Steiner. Der Förderverein der Ludwig-Uhland-Schule sorgte für die Bewirtung.