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23.09.2010

Bürger erteilen Ispringer Gemeinderat schlechte Noten

ISPRINGEN. Dass der Gemeinderat bei der Benotung schlechter abgeschnitten hat, als Bürgermeister und Verwaltung ist eigentlich nur ein Randaspekt der Bürgerbefragung in Ispringen – aber einer der für Gesprächsstoff sorgt. Nach Schulnoten schnitten Bürgermeister und Verwaltung laut PZ-Informationen mit 2,7 ab, der Gemeinderat bekam die 3,2.

Gefragt nach den Ursachen der unterschiedlichen Bewertung, warnt Bürgermeister Volker Winkel gleich, zu viel die Ergebnisse hineinzuinterpretieren: „Es ist nicht so, dass der Gemeinderat einen schlechten Job macht.“ Warum aber bei den Einwohnern offensichtlich ein solcher Eindruck entstanden ist, kann sich auch Winkel nicht richtig erklären, nur: „Wenn das so ist, dann müssen wir alle zusammen versuchen, mehr mit den Bürgern zu kommunizieren.“

Ziemlich ratlos ist auch Martin Kärcher, CDU-Fraktionschef. „Ich kann mir nicht vorstellen, warum dieses Ergebnis zustande gekommen ist. Wir tun doch alles für die Bürger“, sagt er.

SPD-Fraktionschef Hans-Peter Huber fragt sich angesichts der Bewertung: „Vielleicht tagen wir zu häufig im nichtöffentlichen Teil?“ Auf der anderen Seite sei aber auch das Interesse der Bevölkerung an der Kommunalpolitik nicht unbedingt berauschend: „Die SPD-Fraktion bietet dienstags alle 14 Tage eine Bürgersprechstunde an, aber da kommt kaum jemand.“

Für Tobias Nikolaus von den Freien Wählern ist vorstellbar, dass in den Köpfen der Ispringer noch die Zeit nachwirkt, als Wolfgang Ballarin (Freie Wähler) in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Heinrich Kemmet die Amtsgeschäfte 2008 ein gutes halbes Jahr führte. „Damals wurde viel spekuliert und alle wollten von uns Gemeinderäten mehr über Herrn Kemmets Zustand und die Hintergründe erfahren“, so Nikolaus. Das Problem nur: „Wir wussten selbst auch nicht mehr. Das Meiste haben wir auch über die Zeitung erfahren.“ Vielleicht sei das dem Gemeinderat von den Bürgern damals als Geheimniskrämerei ausgelegt worden.