


Enzkreis/Birkenfeld/Keltern. Gute Ernte-Aussichten für die Bauern – und Chancen auf hohe Preise. Der Getreide-Weltmarkt wird für die Landwirte immer wichtiger.
Das zuletzt nur selten stabile Sommerwetter ging vielen Menschen auf die Nerven – den Landwirten beschert es derzeit jede Menge Arbeit in kürzester Zeit. Die Entemaschinen sind im Dauereinsatz bis in die Nacht hinein. Auch bei Herbert Sauter und seinem Hof in der Nähe der Grenzsägmühle. Die wegen des vielen Regens verzögerte Heuernte habe er unterbrechen müssen, „weil jetzt erst mal das Korn vom Feld muss.“ Und zwar schnell, bevor der nächste Regen vielleicht die Qualität beeinträchtigt. Immerhin stehen für die Bauern höhere Getreidepreise in Aussicht nach einigen mageren Jahren. Ob das auch für die Verbraucher höhere Preise bedeutet, das hält Ulrich Hauser, der Vorsitzende des Kreisbauernverbands noch für ungewiss.
In den vergangenen Jahren sind die Weltmärkte für die Landwirte immer wichtiger geworden. Das wurde auch jetzt bei der Erntepressekonferenz für den Enzkreis und Pforzheim auf Sauters Hof deutlich. Börsenkurse bestimmen das schwierig gewordene Geschäft mit und Kontrakte, mit denen Bauern für einen Teil ihrer Ernte feste Preise vereinbaren können, um ihr Risiko überschaubar zu halten. Andreas Pistel, Regionalleiter bei der ZG Raiffeisen, arbeitet gewissermaßen an der Schnittstelle – dort, wo Produzenten und Märkte zusammenkommen. „Viele Bauern sitzen heute mit dem iPhone auf dem Traktor, damit sie wissen, wie die Preise sich entwickeln.“ Und um entscheiden zu können, wann man am besten verkauft und welchen Anteil der nächsten Ernte man besser vertraglich absichert.
Autor: Alexander Heilemann






