





Herbert Wacker schnitzt die sogenannten Larven für Faschingsvereine.Die Masken aus Holz verleihen den Vereinen ihr ganz eigenes Gesicht.
Er ist Künstler, Handwerker und der Hüter von Geheimnissen. Herbert Wacker aus Straubenhardt hat bereits zahlreichen Faschingsvereinen in der Region zu einem Gesicht verholfen. Zuletzt den erst kürzlich aus der Taufe gehobenen Dennacher Trollen. Am 7. Januar enthüllte der neue Verein erstmals der Öffentlichkeit sein Häs, also das Narrenkostüm aus einer holzgeschnitzten Maske, der sogenannten Larve und dem Narrenkleid.
Den 70-jährigen Wacker konnten die Dennacher Trolle damit freilich nicht mehr überraschen. Schließlich stammt das pausbäckige Wesen mit der knubbeligen Nase aus seiner Werkstatt. Wochenlang hat er hinter verschlossenen Türen an dem Antlitz des Trolls gefeilt und das von dem Verein streng gehütete Geheimnis seines Aussehens bis zur Maskentaufe gewahrt. „Vorher darf ich nichts preisgeben“, erklärt Wacker. Wenn ein Mitglied eines anderen Vereins in seine Werkstatt gekommen sei, habe er die Maske wegräumen müssen. Denn nicht nur die Dennacher Trolle lassen ihre Larven von dem verschwiegenen Holzschnitzer fertigen. Auch die Pforzheimer Zaunreiter, die Birkenfelder Hogebiere, die Ittersbacher Narrenzunft und die Pforzheimer Höllen Hexen zählen zu seinen Kunden. Etwa zehn Faschingsmasken pro Jahr stellt Wacker für die Vereinsmitglieder her. Etwa 15 Stunden Arbeit stecken in jeder bis sie gefräst, geschnitzt und von Hand mit Acrylfarben bemalt ist.
Noch länger benötigt Wacker, wenn, wie bei den Dennacher Trollen, die Larve zunächst entworfen werden muss. „Die Kunden kommen mit einer konkreten Vorstellung“, sagt der 70-Jährige. Meist bringen sie ihm bereits eine Skizze mit. „Ich mache dann einige Verbesserungen. Ich muss ja auch sehen, was technisch möglich ist.“ Dann wird es Zeit für das erste Modell. Dieses dient später als Schablone für alle weiteren Masken, welche die Vereine Jahr für Jahr für ihre Mitglieder bestellen. Gelernt hat Wacker das Handwerk nicht. Viel mehr hat er sich das meiste über die Jahre selbst beigebracht. „Ich war in der Schmuckbranche als Stahlgraveur tätig“, sagt der 70-Jährige. Erst 1980 habe er als Freizeitbeschäftigung angefangen, mit Holz zu arbeiten. „Eigentlich ist nur das Material ein anderes“, erklärt Wacker. „Aber Holz ist viel schöner. Es lebt. Stahl ist tot.“
Autor: Bärbel SchierlingStraubenhardt



