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16.11.2011

Drastische Erhöhung der Kindergartengebühren in Wimsheim

WIMSHEIM. Wimsheims Eltern sind schockiert. Sie gehen auf die Barrikaden, denn Eltern mit drei und vier Sprösslingen trifft die vom Gemeinderat beschlossene Kindergartengebührenerhöhung unverhältnismäßig hart. Rita Neumann, Mutter von vier Kindern, hätte bisher für ihr vierjähriges Kind 15 Euro im Monat bezahlt und 17 Euro für ihr unter dreijähriges Kind.

Doch aus den insgesamt 32 Euro werden ab dem kommenden Jahr monatlich 290 Euro. 100 Euro sind dann für den Vierjährigen und 190 Euro für das zweieinhalbjährige Kind zu berappen. Wie kommt es zu dieser extremen, unverhältnismäßigen Preissteigerung?

Bisher lockte die Gemeinde Wimsheim Familien mit drei, vier und mehr Kindern mit familienfreundlichen Preisen in die Heckengäugemeinde, denn seither zählten alle Kinder unter 18 Jahren, die im Haushalt lebten. Doch künftig ist damit Schluss. Ab Januar zählt nur noch, wer wie viele Kinder im Kindergarten hat. Auch Krippenkinder, die die angrenzende Kinderkrippe, die bis spätestens im Sommer fertig gestellt sein soll, besuchen, zählen nicht. Denn auch der Gesetzgeber mache eine Trennung von Kindergarten und Krippe. Wer künftig ein Kind in der Krippe und eines im Kindergarten hat, zahlt dafür wie für Einzelkinder. Im Fall Neumann besuchen zwei der vier Kinder bereits die Grundschule. Andere Mütter haben noch Säuglinge zuhause, die bisher ebenso einen günstigen Familienbeitrag bewirkten, den es nun nicht mehr gibt. Nach Informationen der PZ sind insgesamt neun Familien, davon fünf Familien mit vier oder mehr Kindern, betroffen. Ein Drittel der Eltern hat zwei Kinder, wovon eines bereits zur Schule geht. Auch diese zahlen mehr. „80 Prozent der Kosten schultert noch immer die Gemeinde und nur 20 Prozent, dies sind die empfohlenen Landessätze, zahlen die Eltern“, konterte Bürgermeister Mario Weisbrich, der sich mit Zahlen gut gewappnet hatte und die Vorzüge des Kindergartens mit verlängerten Öffnungszeiten, Ganztagesbetreuung, Mittagessen, Sprachförderung und Integration pries.