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30.09.2011

EU-Vitamine für Wurmberger Schüler

WURMBERG. Die EU – eine Gemeinschaft, geplagt von Schuldenkrise und Finanzsorgen, kurz vor dem Abgrund? Vergessen Sie’s! Der EU geht es gut. So gut, dass die Europäische Union jährlich 90 Millionen Euro für ein Schulfruchtprogramm zur Verfügung stellen kann. In den Genuss der europäischen Wohltaten kommen jetzt auch die Kinder in Wurmberg.

Einmal pro Woche erhalten die beiden Kindergärten und die Grundschule eine Obstlieferung – natürlich von einem von der EU zugelassenen Lieferanten, in diesem Fall ein Obst- und Gemüsehändler aus Wiernsheim. Rund 1800 Euro zahlt die EU für die jährliche Lieferung von Äpfeln, Bananen und Co. an die Wurmberger Kinder, wie Bürgermeister Michael Teply berichtet. Er kam auf die Idee, die Fördermittel anzuzapfen, als die Infos über das Programm auf seinen Schreibtisch flatterten. Dieselbe Summe steuert übrigens die Gemeinde bei – es haben sich allerdings schon Sponsoren gefunden, die sich an den Kosten beteiligen. Teply räumt ein, dass die EU nicht zwingend nötig wäre, um die kleinen Wurmberger mit Vitaminen zu versorgen. Schließlich habe die Gemeinde genügend Streuobst, das man verteilen könnte. Es wäre also durchaus möglich, die Vitamine in Eigenregie an den Verbraucher zu bringen – und zwar völlig kostenlos. Oder die Ernährung der Kinder den Eltern zu überlassen. Andererseits, so der Bürgermeister, der selbst unheimlich gerne Äpfel isst: „Wenn die Mittel da sind, warum sollte man sich das rausgehen lassen?“ sab