

KREIS CALW. Er ist erst seit einigen Tagen als neuer Calwer Landrat im Amt und setzt schon erste deutliche Akzente. Eines scheint klar: Helmut Riegger verliert keine Zeit. Auch nicht bei dem Projekt, das für ihn oberste Priorität genießt: die S-Bahn für den Kreis Calw. Dabei wird Riegger am heutigen Mittwoch erst offiziell in sein Amt eingeführt.
Einen Arbeitstag im neuen Amt hatte Helmut Riegger hinter sich, da weilte er bereits auf einem entscheidenden Termin. Nicht etwa im Kreis Calw, sondern in Stuttgart. Bahnchef Rüdiger Grube hatte den neuen Calwer Landrat zum Start von „Stuttgart 21“ eingeladen und Riegger nahm diese Einladung vor allem aus einem Grund an: „Weil dort die wichtigen Leute für unser S-Bahn-Projekt dabei waren.“. Mit einigen dieser wichtigen Leute habe er dort bereits erste Gespräche geführt.
Über die Wichtigkeit der S-Bahn-Anbindung des Kreises Calw lässt der neue Landrat schon in den ersten Tagen seiner Amtszeit überhaupt keinen Zweifel aufkommen: „Der Kreis Calw muss über die S-Bahn an Stuttgart 21 angebunden werden“, stellt Riegger klar. „Der Kreis will etwas von Stuttgart 21 abhaben.“ Er will mindestens einen Mitarbeiter permanent und ausschließlich für dieses Projekt abstellen – Aufstockung nicht ausgeschlossen.
Auch auf anderen Sektoren hat der neue Kreischef bereits klare Ziele formuliert. Die Wirtschafts- und Mittelstandsförderung und Unterstützung von Handel und Handwerk steht weit oben auf seiner Agenda. Deshalb will Riegger beim Landkreis einen eigenen Wirtschaftsförderer installieren.
Den will er nicht als Konkurrenz zur Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald und zu den kommunalen Wirtschaftsförderern verstanden wissen, sondern als Partner mit Scharnierfunktion zwischen den beiden Ebenen. Außerdem will er pro Monat mindestens ein Unternehmen im Kreis Calw besuchen. Eng mit der Wirtschaftsförderung verbunden sieht Riegger den noch zu Zeiten seines Vorgängers Hans-Werner Köblitz vom Kreistag beschlossenen Tourismusbeauftragten.
Diesen und den Wirtschaftsförderer werde man von außen holen. Das Thema S-Bahn soll dagegen mit eigenen Kräften vorangetrieben werden. Der neue erste Mann im Kreis nimmt sich auch der Breitbandverkabelung an: „Wir müssen an die Datenautobahn ran.“



