

Gewerbetreibende im Ort sorgen sich um ihre Wettbewerbsfähigkeit.
Die Sorgen standen den Schömberger Geschäftsinhabern ins Gesicht geschrieben, als Bürgermeisterin Bettina Mettler und die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) ihr Einzelhandelskonzept für die Glücksgemeinde erstmals öffentlich den Bürgern vorstellte. Der Stein des Anstoßes: Die Idee auf dem ehemaligen Gelände des Berufsförderungswerkes ein Einkaufszentrum zu bauen. Nachdem das Areal mehrere Jahre leer stand, hat sich nun mit der Firmengruppe Krause aus Bayreuth ein Investor für die 23 000 Quadratmeter große Fläche gefunden. „Dort ist Platz ohne Ende“, erklärte Gerhard Beck von der GMA. Sein Fazit: „Das ist eine Chance für Schömberg.“
Die Vorteile: Dass das Gelände zentral gelegen ist, darin sieht Beck einen großen Vorteil für Schömberg. So könne man den Einzelhandel im Ortskern bündeln und riskiere nicht, dass die Geschäfte sich am Rand der Gemeinde ansiedeln und die Ortsmitte aussterbe. An dem Standort ein Einkaufszentrum mit etwa 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche zu realisieren halte er für sinnvoll. „Unsere Empfehlung wäre es dort ein Lebensmittelgeschäft, einen Drogeriemarkt, eine Bäckerei mit Café und einen Bioladen anzusiedeln“, erklärte Beck. Dies sei eine Ergänzung zu den bestehenden Geschäften in Schömberg und es könnten weitere Kunden angelockt werden. Die Kaufkraft im Bereich Lebensmittel sei in der Gemeinde noch nicht ausgeschöpft. Auf Modegeschäfte solle dagegen verzichtet werden, um Konkurrenz zu vermeiden. Der Bau eines Einkaufareals auf dem Gelände böte aus seiner Sicht außerdem die Chance eine neue Ortsmitte zu entwickeln. Es könne ein Park mit Außengastronomie und Läden entstehen. „Außerdem ist der Einzelhandel nicht separat zu betrachten“, sagte Beck. Durch zusätzliche Geschäfte werde der Ort belebt und dies bringe wiederum Vorteile für den Tourismus.
Die Kritik: Bei den meisten Anwesenden, vor allem bei den Geschäftsinhabern, löste das Vorhaben Bedenken aus. Ihre Existenzängste brachten sie in kritischen Fragen zum Ausdruck. Ihre Sorge: Gehen die kleineren Läden durch das Einkaufszentrum kaputt? Welchen Einfluss hat das Projekt auf den bestehenden Einzelhandel? Beck gelang es nicht diese Ängste zu entkräften. Zwar beteuerte er: „Es geht nicht um Konkurrenz sondern um eine sinnvolle Ergänzung des Angebotes.“ Im Flächennutzungs- und im Bebauungsplan könne man festhalten, welche Geschäfte gebaut werden dürfen. Dennoch gestand er ein: „Die Frage nach dem Wettbewerb kann im Bebauungsplan nicht geregelt werden.“ Auch die Auswirkungen eines Einkaufszentrums auf den Verkehr beschäftigte die Schömberger. „Dazu haben wir ein Gutachten in Auftrag gegeben, das wir nach der Sommerpause im Gemeinderat vorstellen werden“, entgegnete Mettler auf diese Bedenken.
Autor: Bärbel Schierling | Schömberg



