nach oben
24.10.2011

Enzkreis: Aktion für schnelles Internet gescheitert

ENZKREIS.Das hatte sich der Enzkreis fein ausgedacht: Die großen Anbieter schneller Internetanschlüsse und die Kreisverwaltung sollten an einem Strang ziehen, um in der Region die Breitbandversorgung zu verbessern.

Außerdem wollte der Kreis die letzten weißen Flecken beseitigen und dafür sorgen, dass alle Gemeinden über rasante Netzverbindungen verfügen. Doch die angestrebte Kooperation für leistungsfähige Zufahrten zu den Datenautobahnen klappt nicht.
Die Internet-Anbieter würden nicht mitziehen, sagte gestern Wolfgang Herz als Dezernent für Infrastruktur in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Kreistags. „Über das Verhalten der Anbieter habe ich mich maßlos geärgert“, sagte Herz.
Die Unternehmen winken ab

Im Sommer war Landesbeamter Herz noch guten Mutes gewesen. Fünf Unternehmen schienen damals angetan von der Idee des Kreises, gemeinsam das Hochgeschwindigkeitsnetz zu entwickeln. Außerdem winkten Zuschüsse der Landesregierung. Doch die Netzanbieter hätten nicht mitgezogen, so Dezernent Wolfgang Herz. Die Telekom sei „wenigstens ehrlich gewesen und teilte mit, dass sie keine Kooperation mit Mitbewerbern eingehen wird“.
Der Enzkreis sei kein Notstandsgebiet, die Grundversorgung weitgehend erfüllt, sagte Herz. Doch in den kommenden Jahren werde der Bedarf an hohen Übertragungsraten in den Netzen weiter stark steigen. Die Kreisverwaltung wolle deshalb den Gemeinden weiter zur Seite stehen. Konkret: Der inzwischen erstellte Breitband-Atlas könne dazu beitragen, Lücken bei den Hochleistungsstrecken für Glasfaserkabel zu schließen. So bleibe es dabei: Werde eine Kreisstraße umgebaut, werde auch ein Leerrohr für künftiges Glasfaser eingebaut.

Die Kommunen gingen immer mehr in die Offensive, berichtete Herz. Mühlackers Stadtwerke arbeiten mit Anbieter NeckarCom zusammen, Wiernsheim investierte kräftig in die Telekommunikation, Friolzheim plant neue Glasfaserleitungen. Gespannt warten die Gemeinden auf ein neues Förderprogramm der grün-roten Landesregierung, das aber noch offen ist. „Schnelle Internetzugänge gehören inzwischen zur Daseinsvorsorge“, sagte Kreisrat Jürgen Kurz (FWV)