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Tierquäler in der Region

© Symbolbild: dpa
26.07.2012

Festgenommener Mann ist nicht der Pferdeschänder

In Zusammenhang mit der Serie von Tierquälereien in Keltern, Sternenfels, Maulbronn und Waldbronn-Reichenbach hat die Polizei am Mittwochabend nach eigenen Angaben einen Mann kurzzeitig festgenommen. Er hatte sich in Maulbronn im Bereich von Stallungen aufgehalten und war dunkel gekleidet. Die Ermittlungsgruppe, die zur Aufklärung der Taten gegründet wurde, hat den Mann vernommen, musste ihn aber schließlich wieder laufen lassen, da er als Täter nicht infrage kam.

Wer für die Pferdeschändungen, bei denen in den vergangenen Tagen vier Tiere zum Teil schwer verletzt wurden, verantwortlich ist, ist noch nicht klar. Eine sechsköpfige Ermittlungsgruppe der Polizei hat am Mittwoch ihre Arbeit aufgenommen (die PZ berichtete).

Die Polizei rät Pferdebesitzern, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Vor allem Stuten sollten, wenn es möglich ist, nachts in einem Stall untergebracht werden. Optimalerweise sollte der Stall auch verschlossen werden. Wer seine Pferde allein auf der Weide hält und keinen Stall hat, der sollte die Weide nachts ab und zu kontrollieren, so Polizeipressesprecher Frank Otruba.

Wurde Stute betäubt?

Das Ergebnis der Obduktion der Stute, die in Sternenfels so schwer misshandelt worden ist, dass sie als einziges der vier Tiere eingeschläfert werden musste, steht laut Otruba noch aus. Weil sie zwei Verletzungen aufweist, vermutet die Polizei, dass entweder mehrere Täter am Werk waren, so dass das Tier festgehalten werden konnte. Oder, dass die Hannoveraner-Stute betäubt und dann gequält worden ist.

Zum Motiv des Täters gebe es mehrere Ansätze, so Otruba. Möglicherweise handele dieser aus einer sexuellen Motivierung heraus. Dafür spricht, dass die vier Stuten jeweils Verletzungen im Genitalbereich erlitten haben. Oder aber der Pferdeschänder hat eine sadistische Veranlagung.

„Man darf das nicht verharmlosen“, machte bereits Werner Polster, Leiter der Akadamie für Psychotherapie Pforzheim, gegenüber der PZ deutlich. Bleibe eine solche Störung – denn strukturell gestörten Menschen fehlt die Möglichkeit, ihre Affekte zu steuern – unbehandelt, sei die Wiederholungsgefahr sehr groß. Und nicht nur das: „Die Gefahr besteht, dass der nächste Schritt ist, einem anderen Menschen so etwas anzutun.“

Wer im Fall der Pferdeschändungen Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter Telefon (0 72 31) 18 60 oder per E-Mail pforzheim.pd@polizei.bwl.de an die Polizei zu wenden.

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