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Gruppenbild mit Eber, dem Maskottchen des Festjahres „650 Jahre Überfall im Wildbad“. Bürgermeister Klaus Mack, Nina Waidelich und Marina Lahmann von der Stadtverwaltung sowie Winfried Hahner von der Touristik Bad Wildbad (von links). Interessierte Bürger können sich beim Bauhof die Holztiere zum Selberdekorieren abholen.
Gruppenbild mit Eber, dem Maskottchen des Festjahres „650 Jahre Überfall im Wildbad“. Bürgermeister Klaus Mack, Nina Waidelich und Marina Lahmann von der Stadtverwaltung sowie Winfried Hahner von der Touristik Bad Wildbad (von links). Interessierte Bürger können sich beim Bauhof die Holztiere zum Selberdekorieren abholen.
18.04.2017

Festjahr „650 Jahre Überfall“ wird in Bad Wildbad groß gefeiert

Wir sind wohl die einzige Stadt, die einen Überfall feiert.“ Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack muss selbst ein bisschen schmunzeln bei der Erläuterung, warum sich seine Stadt aktuell in einem turbulenten Jubiläumsjahr befindet: „650 Jahre Überfall im Wildbad“.

Auftakt für den umfangreichen und ziemlich bunten Fest- und Veranstaltungs-Reigen war schon – Anfang des Monats ging es los mit dem Stummfilm „Der Überfall in Wildbad“ aus dem Jahr 1928 im „KiWi“ (Kino in Wildbad). Aber das war nur eine klitzekleine „Ouvertüre“ für das, was noch alles folgen wird in den kommenden Monaten.

Zweifellos der Höhepunkt: das große Festwochenende vom 26. bis 28. Mai – mit mittelalterlichem Markt im Kurpark, großem Festumzug und einem Festakt auch für die Öffentlichkeit, bei dem der historische Überfall auf Graf Eberhardt II. mit dessen echten Ur-Ur-Ur-...-Enkeln nachgespielt wird: Friedrich Herzog von Württemberg (vollständiger Name: Friedrich Philipp Carl Franz Maria Herzog von Württemberg) wird in Vertretung seines Vaters, S.K.H. (steht für: Seine Königliche Hoheit) Carl Herzog von Württemberg, der die Schirmherrschaft des Festjahres in Bad Wildbad übernommen hat, am Festakt teilnehmen.

Was die historisch bis zum heutigen Tag sehr besondere Beziehung zwischen dem Hause Württemberg und „ihrem“ Bad Wildbad belegt – die den Grundstein der Stadt als Staatsbad legte und ja auch das Ortsbild mit seinen repräsentativen und hochherrschaftlichen Bauten nachhaltig prägen sollte. Und diese Beziehung hat tatsächlich ihren Ursprung in dem in historischen Urkunden belegten Überfalls auf den Urahn des Hauses Württemberg in Bad Wildbad anno 1367, bei dem ihm Wildbader Bürger zur Hilfe eilten und vor einer wilden Adelsmeute aus der Region (genauer: „aus dem Badischen“) auf die Burg Bad Zavelstein in Sicherheit brachten. Die Dankbarkeit des Hauses Württemberg für diesen heroischen Akt der Wildbader ist bis heute ungebrochen. Weil, wie Historikerin Marina Lahmann vom Bad Wildbader Stadtmarketing bei der Vorstellung des Festprogramms erläuterte, die Geschichte im Südwesten sicher einen ganz anderen Verlauf genommen hätte, wäre das „politische Attentat“ von damals womöglich erfolgreich gewesen.

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