





Das 14. Flößerfest Neuenbürg mit dem traditionellen Waschzuberrennen ist ein besonderer Anziehungspunkt nicht nur für Wasserratten. Viele Schaulustige feuerten sieben Teams an – darunter auch die „Pforzheimer Zeitung“. Und die „alten Herren“ der PZ schlugen sich nicht schlecht.
Sie hatte so ihre Startprobleme, doch dann flog sie den Gegnern regelrecht davon: Die Jungschar Engelsbrand, heißer Favorit beim Waschzuberrennen beim Flößerfest in Neuenbürg, düste in einer Minute, 19 Sekunden als schnellster Teilnehmer durchs Ziel. Doch bevor das Chamäleon mit seinen grünen Luftballons und seinem Wasserradantrieb losbrauste, kippte es, vom Wind gepackt, erst einmal in die Enz. Umso schöner ließ das „Chamäleon“ auf seiner Zieleinfahrt all seine Luftballons emporsteigen und heimste sich damit einen Schnupperkurs in Gleitschirmfliegen ein. Die Engelsbrander sind Seriensieger bei dem bunten Spektakel auf der Enz.
Zuversichtlich waren auch Thomas Satinsky, Geschäftsführender Verleger der „Pforzheimer Zeitung“, und Chefredakteur Magnus Schlecht an den Start gegangen. Der Regen hatte sich extra fürs Rennen verflüchtigt und der Sonne Platz gemacht. Und tatsächlich sah es in der ersten Runde richtig gut aus für die PZ-Macher, die das Flößerfest unterstützten. „Jetzt geht’s aber ab“, sagte Moderator Andreas Preissler durchs Mikrofon, als Satinsky und Schlecht im widerspenstigen PZ-Nilpferd nach der Wendeschleife die drei Schülerinnen der Jugendmusikschule deutlich hinter sich ließen.
Doch in Lauf zwei gegen die „Schwimmende Nudel“ vom mitveranstaltenden Turnverein Neuenbürg, die in 1:43 Minute zweitschnellster Teilnehmer wurde, hatten sie keine Chance. Am Ende landete das PZ-Team mit 2:09 Minuten auf dem vierten Platz. „Wir haben die Alte-Herren-Wertung gewonnen“, lachte Magnus Schlecht nach dem Gaudi-Spektakel, das von zahlreichen Schaulustigen mit anfeuerndem Applaus verfolgt wurde.
Insgesamt sieben Mannschaften waren am Start. Die Jungschar Engelsbrand brachte dabei sogar eine zweite Besatzung auf die Enz: Asterix, Obelix und Idefix, unterwegs auf einem Paddelboot mit Zaubertrankkessel. „Wir werden gewinnen“, hatte Obelix alias Benjamin König vor dem Rennen gesagt. Und tatsächlich räumten die „Gallier“ den Preis für das originellste Fahrzeug ab. Für den Hauptantrieb sorgte – natürlich – Obelix selbst. Aber selbst mit gutem Tempo kann es eng werden auf dem Fluss. „Rechts“ und „Abstoßen“, brüllte Obelix seinen beiden Begleitern zu, als sie der Ufermauer bedrohlich nahe kamen. Doch dann kriegten sie die Kurve und ließen am Ende sogar noch echten Dampf ab.
Von ihrem 60 Meter langen Floß am Rand beobachteten die Talhubenflößer Unterreichenbach das teils wilde Gerangel auf der Enz. So kämpften sich die zwei auf Knien rudernden Teilnehmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Pforzheim mit Mühe und Kraft um die Ballon-Schleife und wurden am Ende sogar Drittschnellste. „Pechvogel“ des Waschzuberrennens wurde jedoch die liebevoll gestaltete „Bootanik“ aus Karlsruhe. Ihr schwimmender Kleingarten mit Gießkanne und Windrad machte der Besatzung Christoph, Oli und Eva schwer zu schaffen. Doch eines erreichten sie trotzdem: „Wir wollen nicht untergehen“.
Die Sieger von der Jungschar schafften am Ende als Zugabe etwas, das sie in den vergangenen Jahren nicht weiter als ein paar Meter hinbekommen hatten. Sie zogen ein Mannschaftsmitglied auf einem Brett als Surfer hinterher. Das Rennen war einmal mehr witziges Glanzlicht eines Flößerfests voller Attraktionen.
Autor: Anita Molnar






