

Remchingen-Darmsbach. Der Darmsbacher Durchgang unter der A8 verschwindet: Eine Initiative fordert eine provisorische Röhre. Der schmale Gehweg in der Umgehungsunterführung bei Nöttingen birgt Gefahren und kommt auf den Prüfstand.
Das wird ganz eng: Kinder des Darmsbacher Kindergartens mussten gestern bei einem Ausflug nach Nöttingen auf dem schmalen Gehweg der Unterführung an der Karlsbader Straße gehörig aufpassen. Die Fahrzeuge unter der A8-Brücke passierten die Kinder dort im Abstand von wenigen Zentimetern. Wenn das Regierungspräsidium (RP) in Karlsruhe demnächst bei Darmsbach und Nöttingen mit dem Ausbau der Autobahn beginnt, wird dort der enge Durchlass zu einer Gefahrenstelle.
Kinder, Fußgänger und Radfahrer aus Darmsbach kommen dann nur noch über diese Unterführung nach Nöttingen. „Dieser Umweg ist unzumutbar lange, die Wegstrecke ist dreimal länger als bisher“, sagt Stefan Szabó, Vorsitzender des Bürgervereins Darmsbach. „Das belastet vor allem Senioren und Gehbehinderte, wenn sie einkaufen, zum Arzt, zur Apotheke oder zur Bank müssen.“
Denn die jetzige A8-Brücke bei Darmsbach als kurze Strecke nach Nöttingen wird für immer verschwinden. Das RP folgt dem Plan der Gemeinde, an einer anderen Stelle im Nöttinger Gewerbegebiet eine neue Unterführung zu bauen – für die geplante Ortsumgehung in Nöttingen. Zwei, drei Jahre lang dauert der Bau der neuen Autobahn. Während Bürger für diese Zeit eine provisorische Röhre als Notweg anstreben, hat Szabó das RP aufgefordert, die Darmsbacher Unterführung dauerhaft zu erhalten. „Es ist sinnvoll, als Provisorium eine kleine Röhre zu bauen“, sagt Remchingens Ortsbaumeister Udo Schneider. Die Rathausverwaltung sei aber gegen Szabós Forderung: Wir halten daran fest, die Unterführung zu verlegen, das wollen wir, um von dort aus die Nöttinger Umgehung zu bauen.“
Die Gemeinde habe den Projektleiter des RP für den A8-Ausbau zu einem Gespräch mit den Bürgern eingeladen. Nachdem sich Anwohner aus Darmsbach und Nöttingen gegen die langen Umwege gewehrt hatten, spielte das Regierungspräsidium den Ball gleich wieder ins Feld der Gemeinde zurück. Die Ortsverwaltung solle dem RP einmal alle Wünsche und Anregungen mitteilen (die PZ berichtete).
Ob die Röhre in letzter Sekunde noch eine Chance hat, steht jedoch in den Sternen. Georg Moerschner-Guthmann weist als Mitinitiator der Aktion „Eine Röhre muss her“ auf die Gefahren hin, sollten Kinder und Radfahrer den Umweg über die Unterführung in der Nöttinger Senke nehmen müssen. Die Gemeinde habe noch keine Maßnahmen ins Auge gefasst, um den schmalen Gehweg sicherer zu machen, räumte Schneider ein. Möglich sind Schutzabdeckungen. Oder Geschwindigkeitseinschränkungen. Beim jüngsten Ausbau der A8 bei Friolzheim und Heimsheim zum Beispiel wurde auf den Umgehungsstraßen durch diese Orte Tempo 30 angeordnet.
Autor: Ralf Steinert







Leserkommentare (3)
Mehr KommentareLieber Herr Schneider und Initiatoren, dieser Gehweg ist nicht erst seit bekannt werden der Umbaumassnahmen so schmal und auch der massive Verkehr besteht doch schon sehr viel länger. Mich graust allein der Gedanke das man an dieser Stelle mit 70 km/h, davor sogar mit 100 km/h an Fussgängern und Radfahrern vorbeibrettern durfte. Dank der Baustelle ist dies wenigstens im Moment auf 50 begrenzt. mehr...
Wenn in Berghausen auf der B10 Tempo 30 möglich ist, warum nicht auch hier??? mehr...
[QUOTE=Killerferkel;130176]Wenn in Berghausen auf der B10 Tempo 30 möglich ist, warum nicht auch hier???[/QUOTE] Da man [B]hier[/B] mit 70 direkt an Gemeinden vorbeiheizen darf aber für die Kröten auf 30 km/h beschränkt wird. mehr...