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Angepackt:  Kerstin Monasso, Barbara Jeske, Karl Röckinger, Martina Klöpfer und Georg Milo werben gemeinsam dafür, das Mädchen und Jungs Berufe wählen, die ihnen liegen – frei von Klischees.
Angepackt: Kerstin Monasso, Barbara Jeske, Karl Röckinger, Martina Klöpfer und Georg Milo werben gemeinsam dafür, das Mädchen und Jungs Berufe wählen, die ihnen liegen – frei von Klischees.

"Girls und Boys Day": Rollentausch für einen Tag

ENZKREIS/PFORZHEIM. Statt Sport und Mathe steht bei Jungs und Mädchen am 22. April ein Schnuppertag in Betrieben der Region auf dem Stundenplan. Es ist wieder „Girls und Boys Day“ für Fünft- bis Zehntklässler.

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Eine Berufswahl ohne Scheuklappen – das erhofft sich Martina Klöpfer vom „Girls und Boys Day“. Die Gleichstellungsbeauftragte des Enzkreises weiß: „Den Jugendlichen fehlen oftmals Vorbilder oder die Motivation durch Eltern, Lehrer und Freunde, um Berufe zu ergreifen, die nicht in das traditionelle Rollenklischee passen.“ Zusammen mit Kerstin Monasso, Wirtschaftsbeauftragte des Enzkreises, organisiert Klöpfer in diesem Jahr den Aktionstag.

Von der Autowerkstatt über IT-Betriebe bis hin zur Polizei können Mädchen von der fünften bis zur zehnten Klasse dabei am 22. April wieder in jede Menge Männerdomänen blicken. 38 Unternehmen in der Region bieten knapp 390 Schülerinnen Gelegenheit, den Betriebsablauf und Berufe für sich zu entdecken. Aber auch die Jungs bekommen ihre Chance zum Rollenwechsel: Rund 80 von ihnen testen in 24 Betrieben, ob ein sozialer oder hauswirtschaftlicher Beruf wie Erzieher, Koch oder Altenpfleger ihnen liegen könnte.

Anmeldung im Internet

Als ein ganz unbefangenes Kennenlernen ohne Hemmungen und Scheu bezeichnet Monasso die Teilnahme am „Girls und Boys Day“. Und schon das Anmelden sei ganz einfach und unkompliziert – telefonisch oder über das jeweilige Internetportal. „Die Jugendlichen sind an diesem Tag von der Schule befreit und auch versichert.“ Sie selbst verfolgt die Anmeldungen online und merkt, dass die Angebote ratzfatz belegt sind: „Da heißt es, schnell sein.“

Landrat Karl Röckinger sieht im „Girls und Boys Day“ die Möglichkeit mehr über die Arbeitswelt zu erfahren: „Besonders das Handwerk ist in Deutschland ein zukunftsfähiges Arbeitsfeld.“ Aber auch soziale Berufe hätten im Hinblick auf die immer älter werdende Gesellschaft große Bedeutung, beurteilt Röckinger den Arbeitsmarkt für junge Menschen. Erfreulich zu sehen sei, dass Betriebe trotz Wirtschaftskrise beim Aktionstag mitmachen: „Es zeigt doch, dass die Unternehmen die Ausbildung eigener Fachkräfte im Blick haben.“

Arbeitsmarkt mit guten Chancen

Dass die Chancen für Schulabgänger gerade in technischen Berufen groß sind, bestätigt Georg Milo, Ausbildungsberater bei der IHK Nordschwarzwald: „Die Unternehmen suchen Fachkräfte.“ Während sich Mädchen in diesem Bereich etabliert hätten, schwinde das Interesse der Jungs an naturwissenschaftlichen Berufen, fasst Milo die Lage in den Unternehmen zusammen.

„Die Firmen denken zunehmend um. Sie haben erkannt, dass Mädchen in Technikberufen gute Leistungen bringen“, sagt Barbara Jeske, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim. Sie wertet dies als einen Erfolg des „Girls Days“, der nun zum achten Mal in der Region stattfindet. Dadurch würden Mädchen, aber auch Jungs früh erkennen, welche Berufe ihnen liegen: „Und eben nicht, was für sie nach traditionellem Verständnis üblich ist.“

Weitere Informationen und Anmeldung für Mädchen über www.girls-day.de, für Jungs: www.boys-day-bw.de

Autor: Carolin Kirstein

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