

Die Weichen für schnelle Internetanschlüsse im ganzen Enzkreis sind gestellt. „Alle Kommunen wollen mitziehen, im ganzen Landkreis Hochgeschwindigkeitsstrecken zu bauen“, sagt Wolfgang Herz, im Landratsamt zuständiger Dezernent für die Infrastruktur. Bei einer Versammlung mit fast allen Bürgermeistern haben die Städte und Gemeinden laut Herz zugestimmt, bis Ende des Jahres einen Verband zu gründen für den Aufbau und späteren Betrieb eines Glasfasernetzes.
Die Kreisverwaltung und eine Lenkungsgruppe mit den drei Rathauschefs Jürgen Kurz aus Niefern-Öschelbronn, Willi Rutschmann aus Straubenhardt und Ulrich Pfeifer aus Keltern hatten den Bau der Datenautobahnen initiiert. „Jetzt können wir durchstarten“, sagte Wolfgang Herz.
Die Lichtwellenleiter sind die Voraussetzung für gute Netzanschlüsse mit hohen Raten bei der Datenübertragung. Immer mehr Firmen oder Selbstständige sind nicht nur beim Herunterladen, sondern auch in der Gegenrichtung beim Versenden von Daten auf gute Verbindungen angewiesen. Das ist jedoch nur mit Glasfaserstrecken möglich.
Für ein flächendeckendes Netz müssten von den bereits bestehenden Leitungen der Sparkassen-Tochterfirma S-IT rund 50 Kilometer bis zu den ersten Verteilern in den Kommunen gebaut werden, so die Kreisverwaltung. Für die innerörtliche Anbindung seien weitere 25 Kilometer nötig. Der Bau dieser neuen Glasfaserstrecken koste rund 6,3 Millionen Euro, hat die Berechnung einer Beraterfirma ergeben. Für die Refinanzierung soll eines Tages dann ein privates Unternehmen sorgen, das mit Hilfe der Glasfaserleitungen schnelle Internetanschlüsse anbieten kann.
Wie hoch die Kosten für die einzelnen Gemeinden sind, müsse noch kalkuliert werden, sagte Herz: „Das sieht in jedem Ort anders aus.“ Manche Gemeinden haben im Ort schon Glasfaserstrecken, das senkt die Kosten. Im Birkenfelder Ortsteil Gräfenhausen sieht es zum Beispiel so aus, erläuterte Herz im Gespräch mit der PZ: „Dort benötigen wir rund drei Kilometer Zuführung von Neuenbürg und im Ort nochmals 1700 Meter. Bis zum ersten Verteiler kostet das rund 170000 Euro.“
Landrats-Stellvertreter Herz baut aber darauf, dass die Landesregierung dem Kreis bei dem Projekt kräftig unter die Arme greifen wird – „wir erwarten kräftige Zuschüsse, wir hoffen auf über eine Million Euro.“ Die neuen Förderrichtlinien des Landes für die Breitbandversorgung würden ländliche Räume begünstigen. Zuschüsse gebe es außerdem für interkommunale Vorhaben wie im Enzkreis. Und da das Glasfasernetz Modellcharakter habe, gebe es vielleicht noch einen Zuschlag.
„Die Tür für eine wichtige Zukunftstechnologie steht jetzt weit offen“, sagt Herz. Er wisse, dass noch viele dicke Bretter gebohrt werden müssen. Aber: „Wir starten den Aufbruch in ein neues Internetzeitalter.“
Autor: Ralf Steinert | Enzkreis







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Mehr KommentareHab KabelBW, das ist schon recht schnell mehr...