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29.03.2011

Grünen-Hochburg inmitten des Schwarzwaldes

UNTERLENGENHARDT. Hoch droben im Wald bei Unterlengenhardt war die Welt schon immer etwas anders. Im stark von Antroposophen geprägten kleinen Bad Liebenzeller Stadtteil zeigen die Menschen offen, dass sie auch mal gegen den Strom schwimmen. Geistige Werte besitzen dort einen hohen Stellenwert. Dazu gehört auch das Wahlverhalten der rund 800 Einwohner. Als die Grünen vielen Menschen noch nicht grün waren, haben die Unterlengenhardter der Öko-Partei und deren Zukunftskonzepten bereits voll vertraut.

Mit fast 40 Prozent der Stimmen für die Bündnisgrünen bei der Landtagswahl vor fünf Jahren ließen die Unterlengenhardter aufhorchen. Jetzt setzten sie noch einen drauf: Die Partei legte weitere 22,5 Prozent zu und schaffte mit knapp 60 Prozent locker den Sprung über die absolute Mehrheit. Der dicke grüne Balken im Ortswappen hat wohl Symbolcharakter. Wie wäre es, wenn sich Winfried Kretschmann, Boris Palmer, Cem Özdemir & Co. vor den nächsten Wahlen in eines der antroposophischen Zentren nach Unterlengenhardt – Christengemeinschaft, Pararcelus-Krankenhaus, Institut Burghalde, Freie Dorfschule oder Institut für Sprachgestaltung –zurückzögen, um die gesunde Höhenluft für weitere Höhenflüge zu tanken? Oder besser nicht: Denn eine hundertprozentige Zustimmung entspräche wohl auch nicht mehr den basisdemokratischen Vorstellungen der Grünen. Und das nicht nur, weil sich die Schwarzen dann gründlich schwarz ärgern würden. kn