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Vorfreude auf eine große, gemeinsame Tour: Die Goldstadt-Jubiläums-Koordinatoren Alexander Weber und Gerhard Baral, Tourenplaner Bruno Kohl vom Pforzheimer Alpenverein und PZ-Redakteur Sven Bernhagen (vorne von links) zusammen mit den Wanderführern und Vereinsvertretern, die sich an der Rassler-Sternwanderung am 9. Juli beteiligen wollen. Foto: Ketterl
Vorfreude auf eine große, gemeinsame Tour: Die Goldstadt-Jubiläums-Koordinatoren Alexander Weber und Gerhard Baral, Tourenplaner Bruno Kohl vom Pforzheimer Alpenverein und PZ-Redakteur Sven Bernhagen (vorne von links) zusammen mit den Wanderführern und Vereinsvertretern, die sich an der Rassler-Sternwanderung am 9. Juli beteiligen wollen. Foto: Ketterl
20.01.2017

Gut 1000 Wanderer sollen sich zum Goldstadt-Jubiläum auf den Weg machen

Enzkreis. Zu Tausenden sind die Rassler früher täglich aus den Umlandgemeinden nach Pforzheim gelaufen, wo sie Arbeit in der Schmuckindustrie hatten. Anlässlich des Jubiläums „250 Jahre Goldstadt“ ist deshalb am Sonntag, 9. Juli, eine Sternwanderung aus zahlreichen Orten des Enzkreises mit insgesamt mehr als 1000 Teilnehmern nach Pforzheim geplant, wo ein großes Bürgerfest stattfinden soll.

Am Freitag haben sich erstmals knapp 30 der beteiligten Wanderführer im Pforzheimer Lutherhaus mit den Organisatoren um Jubiläums-Chefkoordinator Gerhard Baral, Bruno Kohl vom Pforzheimer Alpenverein und Sven Bernhagen von der „Pforzheimer Zeitung“ getroffen, um die Planungen voranzutreiben. Hier die wichtigsten Fakten zur Sternwanderung:

Wie ist die Rückmeldung bisher?

Seit der Ankündigung im Herbst in der „Pforzheimer Zeitung“ haben sich bereits 350 Wanderer aus 25 Vereinen angemeldet. Zudem haben insgesamt etwa 70 Wanderleiter ihr Interesse bekundet, eine Route zu führen.

Wie viele Routen sind am 9. Juli geplant und welche Startorte stehen bisher?

Insgesamt sind mehr als 20 Routen geplant, auf denen sich Gruppen mit bis zu 50 Wanderern parallel auf den Weg machen. Konkret stehen bisher 14 Startorte und Touren nach Pforzheim: Kleinvillars – Ölbronn – Bauschlott – Göbrichen; Ötisheim – Dürrn – Kieselbronn; Mühlacker – Enzberg – Niefern – Eutingen; Mönsheim – Wurmberg – Buckenberg; Friolzheim – Wimsheim; Mühlhausen – Tiefenbronn – Würm; Neuhausen – Schellbronn – Hohenwart – Huchenfeld; Langenbrand – Engelsbrand – Büchenbronn – Dillweißenstein; Kapfenhardt – Unterreichenbach – Huchenfeld; Höfen – Neuenbürgen – Birkenfeld; Arnbach – Gräfenhausen – Obernhausen – Birkenfeld; Weiler – Niebelsbach – Dietlingen – Arlinger; Wilferdingen – Brötzingen; Stein – Eisingen – Gennenbachtal – Ispringen.

Wie lang sind die geplanten Wanderungen?

Die bisherigen Touren sind zwischen 14 und 20 Kilometer lang. Man kann aber auch unterwegs einsteigen. Bei einem veranschlagten Tempo von 3,5 Kilometer pro Stunde liegen die Gehzeiten bei vier bis fünf Stunden.

Wie sieht der Zeitplan am 9. Juli aus?

Die Startzeit sonntagmorgens variiert von Ort zu Ort. Geplant ist, dass alle gemeinsam gegen 13 Uhr in Pforzheim ankommen.

Wer kann teilnehmen und wie läuft die Anmeldung?

Mitwandern können alle, die Lust drauf haben. Die Anmeldung läuft über die Internetseite und das Organisationsbüro des Goldstadt-Jubiläums. Bis Ende April können sich Vereine, Firmen- oder Freizeitgruppen geschlossen anmelden – auf Wunsch mit eigenem Routenvorschlag. Bei Bedarf bekommen sie einen Wanderführer zugeteilt. Im Mai wird die Anmeldung dann für Einzelteilnehmer geöffnet, die sich den Gruppen – sofern noch Plätze vorhanden sind – anschließen können. Nach Möglichkeit wird das Tourenangebot mit Wanderleiter-geführten Routen aufgestockt, dass alle Regionen des Enzkreises abgedeckt sind. Geplant ist, dass die Wanderungen von Rot-Kreuz-Helfern aus den Ortsverbänden begleitet werden.

Was kostet die Wanderung?

Für die Wanderer ist die Teilnahme kostenlos. Angedacht war ursprünglich ein Teilnehmerbeitrag von zehn Euro, der unter anderem eine Rassler-Suppe und ein Rückfahrticket mit Bus oder Bahn beinhaltet hätte. Nach den Rückmeldungen wurde aber deutlich, dass der größte Teil der Wanderer, dieses Angebot gar nicht nutzen kann oder möchte. Deshalb entfällt der Teilnehmerbeitrag nun. Ein Freigetränk von Teinacher gibt’s im Ziel trotzdem.

Welche Besonderheiten bietet die Sternwanderung?

Der Musikverein Eisingen hat angekündigt, beim Marsch Richtung Pforzheim Marschmusik zu spielen. Die Pforzheimer Sektion des Deutschen Alpenvereins ist gemeinsam mit rund 20 Teilnehmern der Städtepartnerschaftswanderung aus Gernika und Vicenza am Start. Außerdem hatten etliche Teilnehmer schon die Idee, in historischem Gewand und mit Nagelschuhen wie einst die Rassler auf Wanderschaft zu gehen. Die Gruppen mit den schönsten Kostümen werden prämiert.

Was ist beim Abschlussfest los?

Ziel der Sternwanderung ist der Pforzheimer Stadtgarten beim Schmuckmuseum. Dort steigt von 13 bis 17.30 Uhr ein Bürgerfest – bei freiem Eintritt. Auf der Open-Air-Bühne ist die Rathaus-Band, der Musikzug der Feuerwehr, sowie die „SWR 1-Band“ zu hören. Dieter Huthmacher bietet unter dem Motto „Pforzheim schmuckt sich“ Kostbarkeiten aus der Liederschatulle. Es gibt kostenlose Führungen durchs Schmuckmuseum, das Technische Museum sowie die Edelsteinausstellung Robert Schütt Witwe. Das Café im Reuchlinhaus sorgt für die kulinarische Seite.

Welche Vereine und Organisationen sind bisher beteiligt?

Das Teilnehmerfeld ist bunt gemischt. Interesse angemeldet, oder sogar schon eine Route eingereicht haben unter anderem die Neulinger Landfrauen, Ortgruppen des Schwarzwaldvereins, des Schwäbischen Albvereins oder der Naturfreunde, die Hundefreunde Königsbach, der Heimatverein Karlsbad, der OGV Wilferdingen, der TC Kieselbronn, die Gesangsvereine aus Göbrichen, Eisingen und Dietlingen, die Wanderfreunde Schellbronn, der TV Dürrn, der TV Eisingen, der Sportverein Büchenbronn, die Bürger für das Biet oder die Ortsverwaltungen Büchenbronn, Würm, Huchenfeld, Hohenwart und Eutingen.

Wer sind eigentlich diese Rassler, auf deren Spuren gewandert wird?

Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts pendelten Goldschmiedearbeiter aus dem Umland täglich zu Fuß nach Pforzheim. Ihre mit Eisennägeln beschlagenen Schuhe, die aufs Kopfsteinpflaster schlugen und die klappernden Töpfe, in denen sie ihr Vesper hatten, brachten ihnen den Namen Rassler ein.