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08.05.2007

Handykarte führte Polizei zum Tresorknacker

ENZKREIS/PFORZHEIM. Gentechnische Untersuchungen kleinster Spuren und die Auswertung von Handy-Gesprächen haben die Ermittler der Polizei auf die Spur der rumänischen Gruppe gebracht, der Staatsanwalt Christian Lorenz aus Pforzheim insgesamt 39 Einbrüche in der Region vorwirft.

In einem aufwändigen Verfahren werden zurzeit vor der Auswärtigen Schwurkammer des Landgerichts in Pforzheim die Beutezüge aufgerollt. Im Schömberger Ortsteil Langenbrand waren im Oktober 2001 Einbrecher in eine Karosseriebaufirma, in ein Geschäft für landwirtschaftliche Maschinen sowie in einen Lebensmittelmarkt eingedrungen. Die DNA-Untersuchung des Speichels an einer Bierflasche, die ein Täter stehen ließ, habe zu dem Hauptangeklagten des Prozesses geführt, sagte gestern ein Kripobeamter der Polizeidirektion Calw.

Der Kopf der rumänischen Gruppe hat die Einbrüche gestanden, die vier mitangeklagten Landsleute haben in dem Prozess bisher keine Angaben gemacht. Das ist freilich ihr gutes Recht. Nachdem Einbrecher Anfang August 2002 aus einem Einkaufsmarkt in Schömberg den Tresor mitgenommen und sogenannte Prepaidkarten für Handys gestohlen hatten, sei die Polizei auf die Spur eines Rumänen aus Ispringen gestoßen, in dessen Werkstatt die Täter die Tresore aufgebrochen haben sollen, berichtete der Ermittler.

„Einen Tag nach der Tat in Schömberg telefonierte dieser Mann mit einer Handykarte, die aus dem Einkaufsmarkt gestohlen worden war“, sagte der Calwer Kriminalpolizist. Das Telekommunikationsunternehmen habe der Polizei die Gesprächsdaten mitgeteilt.

Die Pforzheimer Polizei durchsuchte die Werkstatt in Ispringen, die Ergebnisse der Ermittler werden in den nächsten Verhandlungstagen vollends in den Prozess eingeführt. Der verurteilte Werkstattbesitzer ist vor drei Jahren nach Rumänien abgeschoben worden.

Beim nächsten Prozesstag am Montag, 14. Mai, werden erneut Kripobeamte über ihre Ermittlungen berichten. Ein Sachverständiger des Landeskriminalamts in Stuttgart wird die Ergebnisse der DNA-Spuren vorstellen, die bei den Einbrüchen von 2001 bis 2003 gesichert wurden.