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28. Juni 2012
Herzstück der Bildung: Kultusministerin Warminski-Leitheußer zeigt die Standorte der ersten Gemeinschaftsschulen. Die Kommunen befürchten aber mehr Konkurrenz unter Nachbarorten.
Herzstück der Bildung: Kultusministerin Warminski-Leitheußer zeigt die Standorte der ersten Gemeinschaftsschulen. Die Kommunen befürchten aber mehr Konkurrenz unter Nachbarorten.

Harter Wettstreit um Schulstandorte

Die Bildungspolitik der grün-roten Landesregierung verschärft den Konkurrenzdruck der Gemeinden in der Region um die Schüler. Realschulen und Gymnasien sind erste Wahl, die Hauptschulen aber bluten langsam aus. Nur ein Beispiel: Wie sollen die Schömberger Werkrealschule oder die Silahopp-Hauptschule in Maulbronn überleben, wenn sich nur noch eine Handvoll Schüler für die fünfte Klasse anmelden?

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Oder Heimsheim: Dort hat kein einziger Viertklässler die Hauptschule gewählt. Oder Pforzheim: In der Stadt kursiert nach PZ-Informationen unter Schulleitern die Vermutung, dass die Kinder der Stadtteile in den Enzkreis abwandern – von Eutingen nach Niefern oder von Huchenfeld in die Verbandsschule im Biet in Neuhausen-Steinegg. Ohne regionale Steuerungsinstrumente verwandle sich die Schulpolitik in „ein abenteuerliches Unternehmen“, argumentierten Bürgermeister aus dem Enzkreis, als sie jüngst im Königsbacher Rathaus mit dem Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Claus Schmiedel, über die Bildung diskutierten.

Bessere Schulentwicklung

Noch geht jede Kommune ihren eigenen Weg. Mühlacker zum Beispiel überlegt zurzeit, die beiden Werkrealschulen und die Schiller-Grundschule zur neuartigen Gemeinschaftsschule zusammenzulegen (die PZ hat berichtet). Auf der regionalen Achse von Mühlacker über Maulbronn bis Knittlingen wäre es aber sinnvoll, Bildungsziele auszugeben, hinter denen alle drei Kommunen stünden, heißt es unter Rathauschefs.

Bei solchen Bildungsräumen sei auch das Schulamt gefordert, sagt Niefern-Öschelbronns Schultes Jürgen Kurz als Vorsitzender der Enzkreis-Bürgermeister und Vizepräsident des baden-württembergischen Gemeindetags. Schulamtsleiterin Renate Süß solle für diese regionale Schulentwicklung Schülerzahlen liefern, Übergangsquoten und Einzugsbereiche der verschiedenen Schulen nennen.

Die Bürgermeister gaben bei ihrer Tagung dem SPD-Politiker Schmiedel auf den Weg, interkommunale Schulpläne für benachbarte Orte zu entwickeln. Die Regierung mache denselben Fehler wie die frühere CDU/FDP-Koalition bei den Werkrealschulen – sie lasse die Kommunen alleine, sagen viele Verwaltungschefs.

„Das Land darf weitere Gemeinschaftsschulen nur genehmigen, wenn es Regelungen für einen regionalen Konsens gibt“, sagt Kurz. Die Kollegen Bernd Kielburger (Königsbach-Stein), Harald Eiberger (Illingen) und Michael Schmidt (Neulingen) forderten laut Kurz den SPD-Fraktionschef auf, ein rundes Paket zu schnüren.

Außerdem soll es eine Schlichtung geben, wenn sich Kommunen nicht einigen. „Wenn eine Gemeinde der Einführung einer Gemeinschaftsschule im Nachbarort widerspricht, muss das Kultusministerium ein Moderationsverfahren einleiten, um eine Übereinstimmung zu erreichen“, so Kurz.

Autor: Ralf SteinertEnzkreis/Pforzheim

28.06.2012
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