

Motorkettensäge und Musik, Schlagbohrer, Schrauben und dicke Schnüre – am Ufer der Enz geht es laut und handwerklich zu. 25 Mitglieder des Technischen Hilfswerks (THW) Pforzheim und Arnbach sowie der Feuerwehr Neuenbürg sind im Einsatz, darunter viele Jugendliche. Sie bauen ein 60 Meter langes Schaufloß, das in den kommenden Wochen auf das 14. Flößerfest in Neuenbürg aufmerksam machen soll.
„Wir sind etwas neben dem Zeitplan“, erzählt Friedrich Mann, der den Aufbau beim Freibad von morgens bis nachmittags koordiniert. Denn erstmals kann das Team nicht wie bisher mit Wathose und Watstiefeln im Wasser stehen und gemeinsam anpacken. Wegen der 2011 gebauten Fischtreppe darf das Wasser nicht abgelassen werden. „Wir müssen alles vom Plattenschnellsteg und Schlauchboot aus machen“, so Mann. Das sei aufwändiger und koste mehr Zeit. Doch das Mitglied vom Musikverein und THW Neuenbürg nimmt es gelassen: „Jeder Einsatz hat eben neue Herausforderungen“.
Aus vier Gestören (Verbindung mehrerer Stämme eines Floßes) soll das Werbefloß am Ende bestehen. Die Hölzer stammen aus dem Neuenbürger Wald und waren auch schon beim letzten Flößerfest vor zwei Jahren eingebaut. „Sie können drei bis vier Mal verwendet werden“, sagt Mann. Mit Kraft drehen die jungen Helfer fünf große, eiserne Floßschrauben in die Stämme. Damit sollen die einzelnen Gestöre später verbunden werden. Geflochtene Wieden, wie sie früher verwendet wurden, gibt es nicht. „Das wäre zu aufwändig“, so Mann. Wichtiger sei es, das Floß mit Stahlseil vorne und hinten zu sichern – damit nichts passiert. „Bei Hochwasser würde es sonst wegtreiben“, weiß der Helfer. Und das soll es gerade nicht: Das Floß soll nicht fahren, sondern auf der Enz zwischen Parkplatz und Bahnhaltestelle Freibad bleiben. Fahrgäste der Enztalbahn hätten es so gut im Blick.
Vier Mitfahrgelegenheiten, darunter eine Nachtfahrt mit Fackeln, gebe es während des Flößerfestes aber trotzdem – auf einem rund 100 Meter langen Floß der Talhubenflößer aus Unterreichenbach. Laut Andreas Lötterle, Vorsitzender des Musikvereins, ist dieses mit Bänken ausgestattet. Das Werbe-Holzschiff dagegen wird ein großes Banner und drei lebensgroße Puppen in historisch nachempfundener Flößerkleidung tragen – eine sitzend, die anderen stehend mit Flößerstangen in den Händen. „Es geht uns darum, den Menschen das alte Handwerk des Floßbaus und der Flößerei zu zeigen“, sagt Lötterle. Immer wieder bleiben Spaziergänger und Radfahrer interessiert stehen. „So etwas sieht man nicht alle Tage“, sagt eine Passantin. Und auch für die jungen Helfer ist die Aktion etwas Besonderes: „Es macht Spaß, dabei zu sein“, so der 13-jährige Tim aus Wimsheim.
Autor: Anita Molnar






