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15.04.2008

Im toten Winkel

Manchmal braucht es auch für solch zugkräftige Dinge wie die Stadtbahn einen kleinen Anschub. So zum Beispiel gestern: Da warteten die Fahrgäste am Calmbacher Bahnhof kurz nach halb elf vergeblich auf die Enztalbahn nach Pforzheim.

Was sie nicht wissen konnten: Ihr gewohntes Fortbewegungsmittel hatte plötzlich keinen Zug mehr. Kurz nach dem Wildbader Bahnhof blieb die S6 einfach auf den Gleisen stehen.
„Das ist ein bisschen unglücklich gelaufen“, sagt der Sprecher der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG), Achim Winkel, schmunzelnd und erklärt den Stillstand so: Kurz nach dem Wildbader Bahnhof gibt es ein kurzes Stück Oberleitung ohne Strom. Dieser tote Winkel zwischen dem Gleichstrombereich und dem Wechselstrombereich soll einen Kurzschluss zwischen den beiden Stromarten verhindern. Normalerweise passiert die Stadtbahn diese paar Meter mit so viel Schwung, dass der Fahrgast nicht einmal etwas davon merkt.
Nur gestern nicht. Da musste der Zugführer ungeplant anhalten, weil ein Fußgänger den Überweg passierte. Und weil die Bahn genau dort stoppte, wo die Leitung keinen Strom mehr hat, kam sie dann nicht mehr in Fahrt.
Da brauchte es schon die ganze Kraft eines nachfolgenden Zugs. Der leistete Anschubhilfe und brachte den unfreiwilligen „Geisterzug“ wieder auf die richtige Bahn. Zwar hatten die Fahrgäste durch die Zwangspause ein bisschen Verspätung. Dafür mussten sie aber wenigstens nicht selber schieben.