


Sein Ziel hat der 46-Jährige klar vor Augen und wenn er davon spricht, geht ein Leuchten über sein Gesicht: Nach dem halben Jahr Arbeit im Eyachtal in dem ESF-Projekt „Integration von Straffälligen in Arbeit“ und einem Praktikum möchte er eine Umschulung zum Arbeitserzieher machen. Und seine Chancen in diesem Beruf Fuß zu fassen, stehen laut Sozialarbeiter Sascha Oechsle recht gut. Der Arbeitsgruppen-Betreuer weiß wovon er spricht, denn er krempelt im Wald ebenfalls die Ärmel hoch. So kann er auch seine Schützlinge weit besser beurteilen, wie jemand vom Schreibtisch aus.
Hüfthohes Gras und Büsche fallen flugs, wo der Mann mit Schutzbrille und Ohrschützern geschickt mit seinem Freischneider hantiert. „Ich bin lieber von dieser Arbeit müde, als nur vom Rumsitzen“, erläutert er einen Teil seiner Motivation, in dem idyllischen Tal zwischen Neuenbürg, Höfen und Dobel zusammen mit sechs weiteren Männern im Alter zwischen Anfang Zwanzig und Mitte Fünfzig zu arbeiten. Der 46-Jährige schätzt die gemeinsame Anstrengung. Nach einem Tag Arbeit mit Freischneider und Motorsäge sei ein Ergebnis zu sehen, das nur gemeinsam in der Gruppe zu erzielen war.
Aufgabe der Arbeitsgruppe ist die Offenhaltung der Landschaft in dem überregional bedeutsamen Naturschutzgebiet. Aber auch die Reparatur von Schutzhütten gehört unter anderem zum Spektrum. „Ich gehe von mir aus schon immer gerne in den Wald und nutze Wege und freue mich am freien Blick über eine schöne Landschaft“, sagt der Projekt-Teilnehmer. Aus diesem Grund sieht er auch einen Sinn in seinem Einsatz im Eyachtal. „Das ist besser als in der Stadt ein Buswartehäuschen zu putzen.“ Über diesen Umstand, und besonders über das Ergebnis der Arbeitsgruppe ist Michael Conrad von der Forstverwaltung Calw glücklich. Denn für die handarbeits-intensive Maßnahme fehlen dem Forst die Leute. „Es profitieren beide Seiten“, ist er sicher. So erhalten die Projekt-Teilnehmer beispielsweise kostenlose Motorsägen-Kurse.
Grundlegende Stolpersteine bei der Eingliederung von straffälligen Menschen, wenn sie aus der Haft kommen, sind fehlende Wohnung und fehlende Arbeit. „Besonders dem Problem mit der Arbeit soll das Projekt entgegenwirken“, macht Hubertus Welt, Geschäftsführer des Bezirksvereins für soziale Rechtspflege deutlich. Viola Krauss, pz



