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21.05.2009

Internet-Turbo für Heimsheim stottert noch

HEIMSHEIM. Die Heimsheimer Unternehmerin und Gemeinderätin Evelyn Richter (Bürger für Heimsheim) ist sauer: Sie ging davon aus, dass sie ab Freitag die schnelle Datenautobahn der Telekom in Heimsheim nutzen kann – Fehlanzeige.

Genau wie die letzten Jahre auch, kann sie gemütlich Kaffee trinken und dabei zusehen, wie beispielsweise digitale Fotos im Schneckentempo übertragen werden. Statt eines Hochgeschwindigkeitszugangs mit bis zu 16 000 Kilobit berichtete Richter im Heimsheimer Gemeinderat von einer Übertragungsrate von 384 Kilobit. Anderen Nutzern ginge es ähnlich.

„Es hat sich nichts verändert“, beschwerte sich Richter gleich mehrmals telefonisch bei der Telekom und erhielt unterschiedliche Auskünfte. „Mal wollte man mir 1000, mal 2000 Kilobit anbieten“, sagte Richter und kann nicht verstehen, weshalb ihr der Hochgeschwindigkeitszugang verwehrt bleiben soll, wo Heimsheim doch flächendeckend ans schnelle Datennetz angeschlossen ist (wir haben berichtet).

Auch bei der Telekom tappte man auf Nachfrage der PZ zunächst im Dunkeln. Pressesprecher Udo Haber, zuständig für die Region Süd, bestätigte die komplette Freischaltung für Bandbreiten bis zu 16 000 Kilobit. „Am Rand von Heimsheim sollen noch bis zu 14 000 Kilobit möglich sein“, sagt der Pressesprecher. Nur das Industriegebiet klammert er aus. Dort geht es um Geschwindigkeiten von 6000 Kilobit pro Sekunde.

Liegt es dann an den Geräten? Am Vertrag? An der Ausstattung oder doch an der Freischaltung? Fest steht: Zum 15. Mai wurden die Telefonanschlüsse in den Schaltkästen mit den Einschüben für die schnelle Internettechnik gekoppelt.

Telekom-Projektleiter Jürgen Scheible kommt dem Problem von Evelyn Richter dann auf die Schliche. Ihr Anschluss läuft über einen so genannten „Resaler“, ein Anbieter, der die Telekom-Leitung zu einem bestimmten Preis nutzt und den Anschluss dem Kunden verkauft. „Das tut mir weh, da baut die Telekom teuer die Leitungen aus und dann werden diese von anderen genutzt und die Leute sind keine Kunden mehr“, sagt Scheible.

„Es liegt am anderen Provider“, sind Scheible und Pressesprecher Haber im Fall Richter überzeugt. Der Wettbewerber müsse den Auftrag zum Umstellen zuerst der Telekom erteilen, bevor diese handeln könne. „Auch die Telekom-Kunden müssen ihre Verträge umstellen, um den schnellen Internet-Zugang nutzen zu können“, erklärt Udo Haber.