

EISINGEN. Die Jahreskonzerte des Musikvereins Eisingen sind immer ein Musikerlebnis höchster Güte. Auch in diesem Jahr setzte das Blasorchester in der Aula der Grundschule wieder Akzente und überzeugte sein Publikum.
Dirigent Johannes Kurz stellte der klassischen Musik die Klassiker der Moderne gegenüber. Das bedeutete natürlich eine Herausforderung an die Bläser und vor allem an die Solisten, die die Musiker – wie nicht anders zu erwarten – mit Bravour meisterten.
Nach den einleitenden Worten der Vorsitzenden Roswitha Burkhardt übernahm Renate Dawo-Kunzmann die Moderation des über zweistündigen Konzertabends. Sie machte das Publikum mit den Kompositionen und ihren Schöpfern vertraut. So berichtete sie über einen „Hit des 18. Jahrhunderts“, über die Lustfahrt des englischen König Georg I. auf der Themse mit der Aufführung einer prachtvollen Orchester-Suite Georg Friedrich Händels, der „Wassermusik“. Vom Blasorchester zu hören waren die Sätze „Alla Hornpipe“, ein Bauerntanz, „Bourree“, ein Hoftanz, „Air“, eine kammermusikalische Tonfolge, „Menuett“, der damalige Modetanz und das „Allegro“ als eine besonders klangvolle Gegenüberstellung der verschiedenen Instrumente. „The Water Music“ wurde zum glanzvollen Auftakt des Konzertes, bei dem Trompeten, Hörner, Flöten und Klarinetten besonders gefordert waren. Den Zungenschlag bei den Trillern haben die Bläser exzellent beherrscht und die Pauken hatten großen Einsatz bei dieser königlichen Musik.
Rasante Passagen, aber auch zarte Klänge entlockte Marco Bauer als Solist seiner Trompete. Er spielte mit großer Virtuosität die Hauptrolle bei der „Konzertetüde Opus 49“, dem heute noch bekanntesten Werk des Komponisten und Organisten Alexander Goedicke.
Schwert und Krone, kriegerischer Einmarsch, Schlachtengetümmel, Requiem und Siegesfeier, diese gewaltigen Gegensätze waren Themen des Tonwerkes „The Sword an the Crown“, das Edward Gregson um 1990 geschrieben hat. Auch diese konzertante Herausforderung aus der Geschichte des 100-jährigen Krieges meisterten die Eisinger Bläser „siegessicher“.
Nach der Pause gab es einen klingenden Reisebericht mit der Suite „Tales of a Traveler“ von John Philipp Sousa. Exotischer Tanz, Marschvariationen und Ragtime bestimmten den Rhythmus des viersätzigen Werkes. Bedrohlich tiefes Blech und schneidende Trompetenklänge, Schlagzeugsolo und süßer mexikanischer Walzer, schließlich eine strahlende Hauptmelodie: Wer gut hingehört hat, der sah weite Landschaften, mutige Revolverhelden beim dramatischen Duell und ein glückliches befreites Dorf.
Mit einem Medley aus dem Film „Die glorreichen Sieben – The magnificent Seven“, komponiert von Elmar Bernstein, setzte Johannes Kurz mit seinem Blasorchester zur Freude des Publikums zum Schluss nochmals einen feurigen Höhepunkt.
Autor: PZ-MITARBEITER MANFRED SCHOTT



