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01.07.2011

Jubiläumsfeier im Schloss Neuenbürg wird mit Festakt gestartet

Mit einem Paukenschlag haben gestern Abend die Feierlichkeiten im Neuenbürger Schloss begonnen – und das ist ganz wörtlich zu nehmen. Das Percussion-Ensemble der Jugendmusikschule eröffnete den Festakt zum zehnjährigen Bestehen. Da konnten auch die Redner nicht hintenan stehen: Sie rührten ordentlich die Werbetrommel für das Schloss und sein Museum.

Das Schloss habe sich zum Wahrzeichen der Stadt gemausert, betonte Landrat Karl Röckinger. Es sei ein touristisch mehr als attraktives Kleinod. Er besuche das Schloss immer wieder, erzählte Röckinger. „Und ich entdecke jedes Mal neue, faszinierende Details.“ So gehe es vielen Besuchern, wie die Einträge im Gästebuch zeigten. „Wer einmal im Neuenbürger Schloss war, verliert sein Herz daran“. Das Schloss liege dem Enzkreis sehr am Herzen, das zeige schon die finanzielle Beteiligung. Der Kreis habe vor zehn Jahren rund 1,7 Millionen Mark in den sieben Millionen Euro teuren Umbau investiert und zahle seither einen jährlichen Zuschuss von 50 000 Euro, auch Veranstaltungen würden unterstützt. Ein Engagement, das sich lohne – das bewiesen schon die Besucherzahlen. In den vergangenen zehn Jahren seien mehr als eine halbe Million Menschen ins Neuenbürger Schloss gekommen. Eine stolze Bilanz, wie der Landrat betonte.

Bürgermeister Horst Martin wies darauf hin, dass man in seinen Anstrengungen nicht nachlassen dürfe. Er stellte die Frage, ob die Besucherzahlen ausreichend seien, um dem Schloss und speziell dem Museum eine lange, gute Zukunft zu sichern. „Einen gewissen Unterton in Moll möchte ich in dieser Fragestellung durchaus anklingen lassen.“ Er betonte, dass es für die Stadt nicht leicht sei, das jährliche Defizit in Höhe von 250 000 Euro zu stemmen.

Besonderen Dank sprach er seinem Amtsvorgänger Theo Schaubel aus. Mit starker Willenskraft habe er den Weg für den Umbau geebnet. „Das Schloss mit seinem Museum bleibt mit Deinem Namen verbunden.“ Das wurde auch nach dem Festakt deutlich, als Schaubel eine Schloss-Führung für die Gäste machte.

Elke Osterloh, die vor zehn Jahren das Konzept entwickelt hat und seither das Museum leitet, erinnerte sich an die „vielen guten, bereichernden Momente, Stunden, Tage und ganze Wochen“. Sie betonte: „Schloss Neuenbürg ist ohne Zweifel ein besonderer Ort.“ Auch sie ging auf die finanzielle Situation ein. Über die Zukunft zu sprechen sei angesichts der problematischen finanziellen Lage notwendig. „Visionen zu entwickeln, die tragfähig für die nächsten Jahre und verträglich für alle sind, das ist die Aufgabe für die nächste Zeit.“ Es gelte, das Schloss als regionales Kulturzentrum weiter zu entwickeln. Das Schielen auf die Quote sei zwar verführerisch, merkte sie an. Es führe letztendlich aber nicht zum Ziel. Man müsse ein gutes Maß finden zwischen einem attraktiven Angebot und der finanziellen Situation, so Osterloh. „Wenn viele mitmachen, kann auch viel entstehen.“

Ein besonderes Geschenk gab es vom Badischen Landesmuseum Karlsruhe, zu dem das Neuenbürger Museum gehört. Direktor Harald Siebenmorgen präsentierte den neuen Museumsführer, der zum Jubiläum herausgegeben wurde. Das Heft informiert umfassend und ist reich bebildert.