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08.07.2008

Jugendliche rauben tagsüber junge Frau in der S-Bahn aus

PFORZHEIM/KARLSRUHE. Offenbar unbemerkt von den Fahrgästen ist eine 21-jährige Pforzheimerin am Dienstagnachmittag, 15. Januar 2008, in einer Bahn der Linie S 5 von Jugendlichen gepackt und bestohlen worden. Die Situation müsse für die junge Frau sehr bedrohlich gewesen sein, sagt Fritz Bachholz, Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe.

Gegen 16.15 Uhr war sie am Karlsruher Bahnhofsvorplatz in die S 5 Richtung Innenstadt eingestiegen. Aus einer dreiköpfigen Gruppe heraus fragte sie ein Jugendlicher nach dem Inhalt des neben ihr abgelegten Rucksacks. Nach einem Wortwechsel fassten zwei der jungen Männer die Frau am Handgelenk und am Schal. Einer von ihnen öffnete den Rucksack und stahl 20 Euro aus dem Geldbeutel. Dann stieg das Trio laut Polizei seelenruhig aus. Laut Opfer entweder an der Haltestelle Kongresszentrum oder am Ettlinger Tor.

Die S-Bahn-Linie 5 ist im Enzkreis und in Pforzheim derzeit wegen einer Schlägerei in den Schlagzeilen, für die sich vier junge Männer aus dem Enzkreis und dem Kreis Karlsruhe seit Dienstag vor Gericht verantworten müssen. Sie hatten zwei Fahrgäste gefährlich verletzt. In Karlsruhe sorgte Ende Dezember eine weitere Attacke in der S-Bahn für Aufsehen. Vier Mädchen im Alter von 13 und 15 Jahren hatten zwei junge Frauen im Wagen traktiert und schließlich an einer Haltestelle zusammengeschlagen.

„Jeder Angriff ist einer zu viel“, sagt Fritz Bachholz, „aber die Aufmerksamkeit für solche Fälle vor dem Hintergrund der aktuellen Jugendgewaltdebatte täuscht.“ Den nackten Zahlen nach sei der Tatort S-Bahn eher unauffällig.

Das Opfer des jüngsten Übergriffs sei so geschockt und überrumpelt gewesen, dass sie nicht um Hilfe rief, so die Polizei. Die Pforzheimerin beschrieb den Wortführer ihrer Angreifer als südländischen Typ, ungefähr 16 bis 18 Jahre alt. Der zweite sei 13- bis 15-jährig gewesen. Der jüngste der Gruppe, den die Pforzheimerin auf 12 bis 13 Jahre alt schätzt, habe nicht selbst eingegriffen.