

Neuhausen. Kirchturmuhr in Neuhausen aus dem Jahr 1834 wird saniert: Pforzheimer Juwelier Leicht übernimmt für Instandsetzung die Patenschaft.
Reichlich staubig geht es bislang noch im Turm der St.-Vitus-und-Urban-Kirche in Neuhausen zu. Doch die Zeit ist nahe, dass dieser Teil des Gotteshauses einmal ähnlich schmuck daherkommt, wie das Kirchenschiff. Oben im Turm findet sich eine Installation, die Besucher bei Führungen künftig magisch anziehen wird. Seit 1834 hat das große, kunstvoll gearbeitete Uhrwerk den Lauf der Zeiten überdauert. In geschwungener Schrift und Goldbuchstaben ist auf dem Uhrwerk zu lesen: „Grossuhrenmacher E. Dörner in Neuhausen 1834.“
Der Meister des Schmiedehandwerks Elias Dörner war am 19. Februar 1791 in Neuhausen geboren worden und starb 1848. Die Wartung der Kirchturmuhr blieb für weitere drei Generationen bei den Nachfahren des Elias Dörner. Und so erklärt sich auch, warum der Pforzheimer Juwelier Georg H. Leicht die Patenschaft für die Sanierung der Uhr übernommen hat. Der Kunstschmied Elias Dörner zählt zu den Vorfahren der Familie Leicht. „Es ist erstaunlich, welche interessanten Verbindungen und Geschichten man entdeckt, wenn man ein wenig in der Vergangenheit forscht“, sagt Georg H. Leicht und fügt hinzu: „Unsere Tradition als Juweliere besteht ja nun schon seit über 50 Jahren. Dass wir auch einen Kirchturm-Uhrmacher in der Familie hatten, war mir bis vor Kurzem nicht bewusst.“
Auf die Idee zur Sanierung hatte ihn sein Verwandter Heinrich Leicht aus Neuhausen gebracht. Dieser arbeitet schon seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Gemeinde Neuhausen und saniert denkmalgeschützte Gebäude. Auf Vorschlag von Georg H. Leicht wird sich der renommierte Meister-Uhrmacher Wilhelm Rieber mit der Sanierung der Uhr beschäftigen. Leicht charakterisierte Rieber bei der Besichtigung im Kirchturm als weltbekannten Uhrmacher. Es mache ihn mehr als stolz, einen solch berühmten Experten für die Restaurierung gewonnen zu haben.
Das Uhrwerk war vor über 50 Jahren stillgelegt und durch ein elektronisches Werk ersetzt worden. Bevor das mechanische Uhrwerk außer Dienst gestellt wurde, war es täglich aufgezogen worden. Rieber wies beim Begang darauf hin, dass das Uhrwerk auch nach der Sanierung nur zu bestimmten Anlässen in Gang gesetzt werde, um die mechanischen Teile zu schonen. Dass das Uhrwerk heute noch so dastehe und nun viel fachliche Zuwendung erfahre, könne als außergewöhnlicher Glücksfall begriffen werden.
Während der Sommerpause wird sich Rieber mit der Installation beschäftigen. Unterstützung bekommt er dann auch durch das jüngste Mitglied der Familie Leicht: Gabriel, der 15-jährige Sohn von Georg H. Leicht, absolviert in den Schulferien ein Praktikum bei Rieber und wird ihm deshalb bei Reinigung und Instandsetzung der Uhr zur Hand gehen.
Rieber hofft, dass man mit der Sanierung der Uhr bis November fertig ist. Allerdings gebe es noch Details in Verbindung mit dem Glockenwerk, die ebenfalls gelöst werden müssten. Georg H. Leicht, der die Sanierung der Uhr finanziert, arbeitet derzeit auch an einem Konzept, um die Bevölkerung an dem Projekt Kirchturm zu beteiligen. Dies werde ebenfalls in Kürze vorgestellt.
Autor: Peter Marx






