

Enzkreis. Mit Kennzahlen zu Schlüsselprodukten hat sich der Sozial- und Kulturausschuss des Enzkreises beschäftigt. Was auf den ersten Blick nach abstraktem Zahlenwerk klingt, konkretisierte die Verwaltung anhand mehrerer aufschlussreicher Beispiele.
Erläutert wurden etwa die finanziellen Auswirkungen des Fachdienstes Eingliederungshilfe in Zusammenarbeit mit anderen Beteiligten bei einem Abgänger der berufsvorbereitenden Einrichtung und der kooperativen beruflichen Bildung und Vorbereitung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt (BVE/KoBV) an der Gustav-Heinemann-Schule. Die Verwaltung machte zwei Fallrechnungen auf. Im ersten Rechenbeispiel besucht der Abgänger zwei Jahre lang das ambulante Wohntraining beim Verein Miteinander leben und erhält danach Betreuung über das ambulante betreute Wohnen. Daneben wird er bei der Gemeinnützigen Service- und Integrationsgesellschaft (GSI) des Enzkreises beschäftigt. Eine Aufnahme in der Werkstatt für behinderte Menschen ist deshalb nicht erforderlich. Hochgerechnet auf 20 Jahre entstehen bei diesem Modell knapp 500000 Euro an Kosten.
Beim zweiten Rechenexempel wird der Abgänger in einer stationären Einrichtung untergebracht und zwar in einem Wohnheim für geistig behinderte Menschen. Dann entstehen im Zeitraum von 20 Jahren deutlich höhere Kosten in Form von über 707000 Euro. Die Summe der Einsparung durch die Tätigkeit des Fachdienstes Eingliederungshilfe liegt somit bei knapp 258000 Euro. Das Einsparpotenzial liegt somit bei über 36 Prozent.
Neben Vergleichsrechnungen legte die Landkreisverwaltung auch zahlreiche Schaubilder zu ausgewählten Themen vor. In der Produktgruppe der Maßnahmen zur Gesundheitspflege wurden zum Produkt Gesundheitsförderung/Prävention die Kosten je Beratung und Untersuchung zu Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten aufgeschlüsselt. So sind die Kosten je Beratung und Untersuchung von 33,41 Euro im Jahr 2009 auf 46,60 Euro im Jahr 2012 gestiegen. Für 2013 wird mit 48,80 Euro erneut mit einer höheren Zahl gerechnet. Die Verwaltung kommentiert die Entwicklung wie folgt: Es sei weiterhin zu beobachten, dass die Zahl der zu beratenden Kunden inklusive Telefon- und Mail-Beratung sowie eine Beratung ohne Untersuchung stetig steige. Das Landratsamt erklärt sich die Entwicklung durch „die gute Internet-Präsenz sowie eine vielseitige Öffentlichkeitsarbeit durch Aktionen, Projekte und in der Presse“.
Grundsätzlich gilt, dass immer mehr HIV-Tests angeboten werden und dabei Schnelltests bevorzugt angenommen werden. Auch die Aufklärungsoffensive im Bezug auf andere sexuell übertragbare Krankheiten wirkt sich aus. Mehr Tests nachgefragt werden etwa bei Chlamydien. Hinter dem Begriff Chlamydien verbirgt sich eine weit verbreitete Bakterienart. Infektionen mit Chlamydien (trachomatis) zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen des Urogenitaltraktes. Die kugelförmigen Mikroben wandern über den sexuellen Kontakt von Mensch zu Mensch und befallen Geschlechts- beziehungsweise Harnorgane, was dort einen brennenden Schmerz auslöst.
Autor: Peter Marx




