nach oben
17.12.2010

Liegen gebliebener Güterzug verursacht Verspätungen

Kleine Ursache, große Wirkung: Weil am Donnerstagabend ein fast 1800 Tonnen schwerer Güterzug die leichte Steigung zwischen Ersingen und Ispringen nicht schaffte, blieb er um 20.54 Uhr stehen. Schnee und ein Schmierfilm hatten die Lokbesatzung zu einer fast dreistündigen Wartezeit gezwungen, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn in Stuttgart auf Anfrage sagte.

Eine aus Kornwestheim herbei geholte Hilfslokomotive zog den Güterzug dann hoch, ehe er seine Fahrt aus eigener Kraft fortsetzen konnte.

Dies führte zu einem Rattenschwanz an Verspätungen, weil nur noch eines der beiden Gleise zwischen Pforzheim und Wilferdingen-Singen frei war. Auch die Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) war mit ihren Stadtbahnen betroffen, sogar auf der Enztalbahn zwischen Pforzheim und Bad Wildbad. „Etliche Züge haben sich gestaut mit einer Verspätung zwischen 20 und 138 Minuten“, berichtete Daniel Sartorius. Der stellvertretende Eisenbahn-Betriebsleiter der AVG sagte, dass sich dieser Stau erst nach Mitternacht langsam auflöste. So kamen die Fahrgäste, die mit der letzten Bahn um 23.45 Uhr von Wildbad nach Wörth fahren wollten, geschlagene 100 Minuten später an ihr Ziel. Der Stuttgarter DB-Sprecher bilanzierte, dass acht Nahverkehrs- und zwei Fernzüge bis zu eine halbe Stunde dem Fahrplan hinterher hinkten.

Weil ein Unglück selten allein kommt, gab es zwischen Pforzheim und Wilferdingen-Singen auch noch um 22.40 Uhr eine Signalstörung, sodass die Lokführer erst nach telefonischer Aufforderung fahren durften.

„Am Donnerstagabend war die Fahrdienstleitung der DB in Pforzheim nicht erreichbar“, ärgerte sich Sartorius. Diese Aussage ließ der Bahn-Sprecher nicht so stehen: „Es besteht sowohl die Möglichkeit über Zugbahnfunk das Stellwerk in Pforzheim als auch die Betriebszentrale in Karlsruhe anzurufen.“ kn