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Viel Kritisches bekamen die Teilnehmer bei der Ortsbegehung vom Marketing-Experten Christian Klotz (Mitte) zu hören, wie hier am Eingang zum Kurpark, wo ein Schild die Gäste „begrüßt“. Foto: Eschwey
Viel Kritisches bekamen die Teilnehmer bei der Ortsbegehung vom Marketing-Experten Christian Klotz (Mitte) zu hören, wie hier am Eingang zum Kurpark, wo ein Schild die Gäste „begrüßt“. Foto: Eschwey
Einer der vielen Schandflecke, die Christian Klotz entdeckt, ist der ungepflegte Vorgarten eines im Ort angesiedelten Fertigungsbetriebes. Kurpark und Kurhaus findet der Marketingfachmann dagegen attraktiv gestaltet, doch sei der Begriff „Kur&l
Einer der vielen Schandflecke, die Christian Klotz entdeckt, ist der ungepflegte Vorgarten eines im Ort angesiedelten Fertigungsbetriebes. Kurpark und Kurhaus findet der Marketingfachmann dagegen attraktiv gestaltet, doch sei der Begriff „Kur“ für den Tourismus durchaus kritisch zu sehen. Foto: Eschwey
Viel Kritisches bekamen die Teilnehmer bei der Ortsbegehung vom Marketing-Experten Christian Klotz (Mitte) zu hören, wie hier am Eingang zum Kurpark, wo ein Schild die Gäste „begrüßt“. Foto: Eschwey
Viel Kritisches bekamen die Teilnehmer bei der Ortsbegehung vom Marketing-Experten Christian Klotz (Mitte) zu hören, wie hier am Eingang zum Kurpark, wo ein Schild die Gäste „begrüßt“. Foto: Eschwey
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Marketing-Fachmann nimmt Schömberg ins Gebet

Als er spät am Abend durch Schömberg gefahren sei, „war mein erster Eindruck: Ein Ort in Sachsen nach dem Abzug der Russen.“ Mit diesem Eindruck provozierte Christian Klotz Kommunalpolitiker, Einzelhändler und Gastronomen bei den Beratungstagen des Einzelhandels. Christian Klotz, ehemaliger Einzelhändler aus Bad Reichenhall, hat sich in den letzten Jahren mit Marketing, Standort- und Einzelhandelsentwicklung befasst und seit 1988 zahlreiche Kommunen analysiert, beispielsweise Pforzheim.

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Dieser Aufgabe hat er sich jetzt auch auf Einladung des Schömberger Einzelhandels gestellt. Einen Tag lang hat er die Gemeinde unter die Lupe genommen. Seine Eindrücke und Erkenntnisse hat er den Kommunalpolitikern und Gewerbetreibenden bei einem Ortsrundgang und einem Meeting im Hotel Krone mit teils drastischen Worten ins Stammbuch geschrieben.

Was müssen alle Beteiligten besser machen? Dieser Leitfrage stellte sich der Marketing-Experte. Klotz wörtlich: „Sie haben tolle Geschäfte. Nur bei den meisten erkennt man dies nicht von außen“, stellte Klotz fest und ergänzte: „Zur Mittagszeit, bei der die Menschen am aktivsten sind, haben sie geschlossen.“ Viele Eingänge zu den Geschäften seien nicht einladend, eine attraktive Beleuchtung gebe es auch nicht, die Farbgestaltung der Fassaden lasse zu wünschen übrig. „Ich wüsste nicht, was mich als Autofahrer veranlassen sollte, anzuhalten um einzukaufen, von wenigen Ausnahmen abgesehen“, sagte er. Den Häusern und Straßen sei anzusehen, dass die letzten Gestaltungsmaßnahmen mehr als 20 Jahre zurücklägen. Hier seien die Hausbesitzer gefordert.

Auch gebe es im Ort zu viele Gebots- und Verbotsschilder. Das sei kein Markenzeichen einer Glücksgemeinde. „Die Ausstattung der Hotels spiegelt deren Einnahmesituation wider“, sagte Klotz. Die Rechnung sei einfach: keine Touristen, keine Einnahmen, keine Investitionen, keine Zukunft. „Sie haben in Schömberg nur zwei Möglichkeiten: Eine attraktive Hauptstraße mit tollen Geschäften, eine herausragende Gastronomie und ein florierender Tourismus oder das Gegenteil davon“, so das Resümee des Marketing-Fachmanns.

Eine schlechte Note bekamen die Ortseingänge, wo Tafeln mehr auf Veranstaltungen in Nachbargemeinden als in Schömberg hinwiesen. Eine der Spitzen des Fachmanns: „Sie sagen den Leuten, sucht das Glück in Bhutan.“ Es müsse aber darum gehen, die Kräfte auf Schömberg zu konzentrieren.

Autor: Friedrich Eschwey

11.07.2012

Leserkommentare (21)

Mehr Kommentare
1
OuzoZwouso | 10.07.2012 | 21:45

Hier wird also wieder ein sogenannter Experte eingeladen, um das Offensichtliche festzustellen. Dafür braucht es aber gar keinen Marketing-Fachmann, dass es in Schömberg an allen Ecken und Enden krankt wird jeder selbst feststellen, der mit halbwegs offenen Augen durch den Ort fährt. Nun hängen also die Damen und Herren Einzelhändler und die Schömberger Gastronomie an den Lippen von Herrn Klotz und lauschen seinen Ausführungen. Am Ende wird es eh weiter gehen wie bisher, denn Schuld haben in ...... mehr...

2
Ichbins.halt | 10.07.2012 | 21:45

"Ein Ort in Sachsen nach dem Abzug der Russen" - hat doch Charm das Schömberg. Wobei es auch möglich wäre, dass der Verstand von Herrn Klotz mit Abzug der Russen auch abzog.... mehr...

3
OuzoZwouso | 10.07.2012 | 21:48

[QUOTE=Ichbins.halt;128760]"Ein Ort in Sachsen nach dem Abzug der Russen" - hat doch Charm das Schömberg. Wobei es auch möglich wäre, dass der Verstand von Herrn Klotz mit Abzug der Russen auch abzog....[/QUOTE] Herrlich.... mehr...

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