

Entscheidung über Einkaufszentrum fällt erst im September.
Erst wurde umfassend informiert, dann heftig gestritten und schließlich vertagt: bei der Realisierung der neuen Schömberger Mitte auf dem Areal „BFW Schömberg – Zentrum II“ ist der Gemeinderat keinen Schritt weitergekommen. Im Gegenteil: die Fronten zwischen der Verwaltung, den Planern und den Investoren sowie der SPD-Fraktion auf der einen und den Fraktionen der Christdemokraten (CDU) und der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) auf der anderen Seite sind verhärtet. Und selbst die Räte der CDU und der UWV sind sich nicht einig, ob sie bei der Überplanung des mehr als zwei Hektar großen Geländes im Zentrum Schömbergs die gleichen Ziele verfolgen.
Und am Ende sprach sich der Gemeinderat einstimmig dafür aus, über die Bebauungspläne „Neue Mitte“ erst im September zu entscheiden. Bis dahin sollen die Fakten nochmals überprüft, die Planungen überdacht und die Argumente für das Millionenprojekt abgewogen werden. Insgesamt 4100 Quadratmeter Verkaufsfläche für den Einzelhandel sowie zahlreiche Wohnungen will die Firmengruppe Krause Bauträger GmbH in Schömberg errichten. Und auch der Gemeinderat hatte den Investoren bislang signalisiert, dass er eine innerörtliche Entwicklung in dieser Form begrüßt. Erst vor wenigen Wochen hatte der Gemeinderat einen entsprechenden Grundsatzbeschluss gefasst. Davon wollte die CDU nun nichts mehr wissen; „wir haben uns ja damals enthalten“, so Joachim Zillinger (CDU) und erklärte, das seine Fraktion alle Anträge zur Weiterentwicklung des Areals ablehnen werde. Die Gründe dafür: die Anregungen aus dem Gemeinderat seien bislang unberücksichtigt geblieben, der geplante Drogeriemarkt sei zu groß, es fehle an Detailplanungen und man vermisse auch ein schlüssiges Verkehrskonzept. Die CDU setze auf Qualität vor Quantität und regte an, dass die Kommune das Gelände selbst erwirbt und „konsequent und ohne Zeitdruck etwas städtebaulich Attraktives“ schafft. Eine Idee, die ursprünglich von der UWV ins Gespräch eingebracht worden war. Während sich Bettina Mettler gegen den Vorwurf verwehrte, sie habe die Gespräche mit Edeka und der Familie Eitel nach mehr als dreieinhalb Jahren einseitig abgebrochen, ärgerten sich die Planer über den Angriff der CDU. Vertreter der Fraktion hätten es nicht für nötig gehalten, bei mehreren Informationsgesprächen dabei zu sein. Der UWV-Sprecher Gerold Kraft und sein Fraktionskollege Oliver Zajac brachten indes ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass die CDU nun den Argumente der UWV folgt.
Dennoch will die UWV den Prozess aber entgegen nicht beerdigen. Man müsse sich sonst möglicherweise vorwerfen lassen, eine Chance für Schömberg vertan zu haben, so Kraft. Zweifellos müsse aber nachgebessert werden. Wenn die Kommune aber alles allein machen solle, dann würde in fünf oder zehn Jahren an der sensiblen Stelle „wohl eher gar nichts stehen“, ist Kraft überzeugt.
Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Helmut Sperth mochte die CDU mit ihrer Blockade-Haltung nicht verstehen. „Ich fände es fatal, wenn wir das Buch heute zuklappen“, sagte er und verwies darauf, dass die Investoren nicht auf ihren aktuellen Planungen bestehen. Eindeutig sei aber, dass das bestehende Schömberger Angebot nicht geschwächt werde und örtliche Einzelhändler inzwischen schriftlich ihr Interesse für mehr als 700 Quadratmeter angemeldet hätten.
Autor: Ralf Recklies | SCHÖMBERG




Leserkommentare (1)
Mehr KommentareAch, und -eine unbedeutende Fußnote zwar, aber für manche verbohrte Ewiggestrige doch von nicht kleiner Bedeutung- das Wellenbad wird übrigens auch abgerissen, da waren sich Betty und Ihre willfährigen Handpuppen gleich einig. Vielleicht sollte man das Rathaus gleich mitabreissen - samt Inhalt. mehr...