
Der Gemeinderat Friolzheim will die Kinderbetreuung nächstes Jahr verändern. Angedacht sind höhere Beiträge und veränderte Öffnungszeiten.
Der Friolzheimer Gemeinderat hat beschlossen, dass im neuen Kindergartenjahr die Betreuungszeit leicht verändert wird und teilweise auch höhere Beiträge auf die Eltern zukommen. Außerdem sind zwei weitere Krippengruppen geplant, für die die Räumlichkeiten noch gebaut werden sollen. „Theoretisch hat bald jedes Kind zwischen ein bis drei Jahren Anspruch auf einen Platz“, stellte Bürgermeister Michael Seiß zur Krippenbetreuung fest.
Derzeit hat es in Friolzheim einen Kindergarten mit sechs Gruppen und eine Krippe für ein- bis dreijährige Kinder mit zwei Gruppen. Der Gemeinderat beschloss zunächst, die Krippe eine halbe Stunde früher zu öffnen, entsprechend der Öffnungszeit im Kindergarten ab sieben Uhr. Hauptamtsleiter Eberhard Enz erklärte, dass sich durch die Ausweitung der Öffnungszeit rechnerisch eine Änderung im Personalschlüssel um 0,16 ergebe, was der Ausweitung einer bereits bestehenden Stelle zur Vollzeitstelle entspricht.
Das System, dass das erste Kind einer Familie den vollen Betrag zahlt, das zweite Kind 50 Prozent und ein drittes Kind frei ist, empfahl Gemeindekämmerer Norbert Schabel langfristig zu überdenken. Hinsichtlich der landesweiten Empfehlung, dass die Elternbeiträge für Kindergärten rund 20 Prozent der tatsächlichen Betriebsausgaben decken sollten, rechnete der Kämmerer mit neuen Zahlen vor, dass dies in Friolzheim etwa 17,8 Prozent entspreche. Dazu präsentierte er eine neue Liste für Elternbeiträge ab September 2012, die er zusammen mit Kindergartenleiterin Anna Neumann erarbeitet hatte.
Die Öffnungszeiten des Regelkindergartens, wofür die Eltern bislang 92 Euro zahlten, sollen nicht mehr angeboten werden. Für ein Kind im Kindergarten mit verlängerter Öffnungszeit von 7 bis 13 Uhr werden ab September 99 Euro fällig. Für die verlängerte Öffnungszeit bis 14 Uhr entschied das Gremium, 152 Euro beizubehalten. Für die Ganztagsbetreuung bis 16.30 Uhr sollen die Eltern 300 Euro zahlen. Auch die Beiträge für die Hortbetreuung wurden angehoben, blieben aber unter der Empfehlung des Gemeindetages.
Den vergleichsweise niedrigen Beitrag für das kürzeste Betreuungsangebot erklärte Schabel mit dem Wunsch der Kindergartenleiterin, nach der Abschaffung des Regelkindergartens den Beitragssprung zur verlängerten Öffnungszeit etwas abzufedern. „99 Euro ist ein Einstiegspreis, der wird keinen Bestand haben“, fasste Gemeinderat Helmut Jentner (FWV) die überwiegende Meinung des Gremiums zusammen. In einem Jahr wollen die Gemeinderäte die Beitragssätze noch mal unter die Lupe nehmen.
Autor: Claudia Keller






