

EISINGEN. In Eisingen hat sich ein neuer Verein gegründet: Der „Freundeskreis internationaler Beziehungen“, kurz FiB. Ein wesentliches Ziel des Vereins ist es, den freundschaftlichen Banden zwischen der Enzkreis-Weinbaugemeinde und der italienischen Kommune San Polo d’Enza in der Provinz Reggio Emilia wieder mehr Leben einzuhauchen.
„Die 1989 geschlossene Partnerschaft drohte zuletzt aus dem Ruder zu laufen“, sagen Ute Lutz, die Erste Vorsitzende des FiB und ihr Vize Jürgen Kunzmann, der zugleich dem Musikverein Eisingen vorsteht. Ein Tiefpunkt war im letzten Jahr erreicht, als ein geplanter Besuch der Eisinger in Italien mangels ausreichender Teilnehmerzahl abgesagt werden musste.
Hätten sich die partnerschaftlichen Beziehungen in den ersten zehn Jahren im Wesentlichen auf der Vereinsebene abgespielt, so sei im Laufe der Zeit ein Wandel eingetreten. „Alle Verantwortung für die Partnerschaft war auf die beiden Rathäuser übergegangen“, sagt Jürgen Kunzmann. Auch die Gemeinde Eisingen als solche sei bereits Mitglied des FiB geworden und habe alle Aufgaben der Organisation der deutsch-italienischen Partnerschaft auf den Verein übertragen.
Die Wiederbelebung soll in verschiedenen Bereichen erfolgen. Eine Rolle spielt dabei auch die Sprache. Seit Herbst 2009 bietet Ute Lutz, die nach ihrem Ausscheiden aus dem Berufsleben Italienisch gelernt hat, einen Italienischkurs für Interessierte im Eisinger Lindenhof an. „Zehn Jahre lang hat es keinen Jugendaustausch zwischen Eisingen und San Polo gegeben, das soll sich ändern“, sagt Jürgen Kunzmann, der als Mitglied des Musikvereins bereits bei der Begründung der Partnerschaft vor 21 Jahren dabei war. Regelmäßige gegenseitige Besuche gehören natürlich auch dazu.
Nicht nur Eisinger dürfen zum Beitrag von einem Euro je Monat mitmachen, sondern jedermann, juristische Personen eingeschlossen. Derweil bringt Ute Lutz im Lindenhof die Sprachfertigkeiten ihrer Mitbürger auf Vordermann. „Unsere italienischen Freunde werden beim nächsten Treffen entzückt sein, wie gut die Eisinger schon Italienisch sprechen können“, freut sich die Vorsitzende.
Autor: Martin Schott



