



Zum Höhepunkt der närrischen Kampagne bot der Wimsheimer Carnevalsverein Hurrassel bei seiner Prunksitzung vier Stunden lang ein buntes und temperamentvolles Programm. Die Stimmung in der ausverkauften Radsporthalle brodelte bereits beim Einmarsch der Akteure unter der lautstarken Guggenmusik-Begleitung der „Bü-Hoi Cravallos“ aus Büchenbronn.
Ob Büttenreden, Showtänze oder die Häsgruppe der „Zäpflestrolle“ – die Aktiven überzeugten das närrische Volk mit Witz, Charme und Showtalent. Mit dem Wimsheimer Schlachtruf und drei kräftigen „Hu-Rassel“ übergab der scheidende Präsident Sven Stüber zu Beginn sein Amt an den „Vollblut-Faschingsmann“ Markus Schuler. Gemeinsam überreichten sie Bürgermeister Mario Weisbrich einen Ehrenorden in Form eines Abwasserrohrs, womit der „9er-Rat“ auf ein Malheur im Abwassersystem anspielte. „Damit es Ihnen nie wieder an einem Stück Rohr fehlt“, witzelte Stüber und Weisbrich nahm es mit Humor.
Bevor die Narren beim Rathaussturm nächsten Samstag endgültig die Macht im Ort übernehmen, ließen sie es bei ihrer Prunksitzung ordentlich krachen. Den Auftakt machte die Bambini-Gruppe, die das „Dschungelbuch“ auf die Bühne zauberten. Der freundliche Nachbar von nebenan, gemimt von Büttenredner Timo Meindl, überzeugte in Bademantel und Trainingshose und plauderte munter über das Privatleben des „9er-Rats“.
Mit tänzerischer Eleganz begeisterte die kleine Garde des WCV, die von Kathrin Mauch und Nadine Deckel trainiert werden. Die als „Stolz des Vereins“ angekündigte große Garde unter der Leitung von Alexandra Anthopoulo zog das Publikum mit einer perfekt abgestimmten Choreographie in ihren Bann. Doch nicht nur fürs Auge wurden Höchstleistungen geboten, auch die Lachmuskeln der Narren wurden kräftig strapaziert. So berichtete der Tiefenbronner Günter Kohler als „Liesel“ von seinen Erlebnissen als Putzfrau, während Italiener „Richi“ (Richard Benzinger) zu einem Rundumschlag in der Bütt ausholte – bei seiner Reise durch die Bundesländer bekam nicht nur Bürgermeister Mario Weisbrich sein Fett ab. Die Showtanzgruppe der Gerlinger Garde entführte das närrische Volk in den Dschungel und begeisterte mit einem Tarzan-Medley und viel tänzerischem Talent. Ein Höhepunkt jagte den nächsten und so offenbarte die Häsgruppe „Zäpflestroll“ unter anderem auch, was ein Zäpflestroll unter seinem Häs trägt.
Die sportliche Rentnerin Siglinde Mauch nahm das Dorfgeschehen aufs Korn und erzählte von ihren Erlebnissen beim Joggen entlang des Friolzheimer Lärmschutzwalls. Der „Sprinkler von der Feuerwehr“ Hummel brachte dem Publikum sehr anschaulich die Mengenlehre näher. Tosenden Beifall ernteten auch die „Caoten“, die nicht zuletzt mit rosa Schweinchen, blauen Elefanten und Knäckebrot die Frauenherzen höher schlagen ließen. Zum krönenden Abschluss sang traditionsgemäß die ganze Halle das Wimsheimer Lied, angeführt vom Dreigestirn. Bei Musik mit der Partyband „Herzblatt“ tanzten die „Hurrassel“ bis spät in die Nacht.
Autor: Luisa Boger



