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14.09.2011

Neun Schulwegunfälle im zurück liegenden Schuljahr

Calw. Für 1.381 ABC-Schützen beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Im vergangenen Schuljahr sind auf dem Weg zur Schule im Landkreis Calw drei Kinder schwer und sechs leicht verletzt worden. Ein Todesopfer war glücklicher Weise nicht zu verzeichnen.

Diese Zahlen sind Ansporn für die Polizei, jedoch auch für die Schülerinnen und Schüler selbst, für die Eltern und alle Verkehrsbeteiligten, damit im aktuellen Schuljahr hoffentlich weniger Verletzte zu verzeichnen sind.

Im zurück liegenden Schuljahr fällt auf, dass nicht die ganz jungen Eleven an den Unfällen beteiligt sind, sondern schon die etwas Älteren im Alter von 12 bis 16 Jahren. Fünf Mal waren sie als Fußgänger, drei Mal als motorisierte Zweiradfahrer, ein Mal als Radfahrer an den Schulwegunfällen beteiligt. In fünf Fällen waren die Schülerinnen und Schüler Unfallverursacher. In vier Fällen waren sie als Fußgänger offensichtlich der schwächere Verkehrsteilnehmer. Auch die Unfallursachen waren sehr unterschiedlich. Der Anteil der Schulwegunfälle betrug von der Gesamtzahl der 2888 polizeilich gemeldeten Verkehrsunfälle rund 0,3 Prozent.

Es war kein Unfallschwerpunkt zu erkennen, die Unfälle waren mehr oder weniger über den gesamten Landkreis verteilt. Trotz vorliegender Personalknappheit leistet sich die Polizeidirektion Calw für die Verkehrserziehung eine Beamtin und drei Beamten, die sich ausschließlich um das richtige Verhalten von jungen Teilnehmern im Straßenverkehr kümmern. Dazu leisten auch die zwei stationären Verkehrserziehungsplätze in Calw-Hirsau und in Nagold wertvolle Dienste. Seit Jahrzehnten begleitet die Kreisverkehrswacht Calw diese Bemühungen als Partner der Polizei ideell und vor allen Dingen auch materiell. So wurden in diesem Jahr beispielsweise zusammen mit der ENCW 40 neue Fahrräder für den Verkehrsübungsplatz in Calw-Hirsau beschafft.

Schulbeginn – Vorsicht Autofahrer!

Viele neue Eindrücke stürmen auf die ABC-Schützen ein, wenn sie den neuen Lebensabschnitt Schule beginnen. Die kleinen Fußgänger sind stolz auf ihre Selbständigkeit, sind aber auch die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Genau dies birgt viele Gefahren für die Kinder. Sie werden aufgrund ihrer zierlichen Statur von Fahrzeugführern nicht so gut wahrgenommen. Sie sind oft noch unsicher im Umgang mit den Verkehrsregeln und können die Gefahren noch nicht richtig einschätzen. Die irrige Annahme, dass ein Zebrastreifen einen Schutzraum darstellt, verleitet die Kleinen doch ab und zu mal ohne nach links und rechts zu schauen, die Fahrbahn zu überqueren. Hier sind die Eltern und ihre Vorbildwirkung in hohem Maße gefordert. Sie sollten mit ihren Sprösslingen den Weg zur Schule und zurück bereits vor dem Schulstart mehrmals gehen, sie auf Gefahrenquellen aufmerksam machen und ihnen ausführlich und kindgerecht richtiges Verhalten im Straßenverkehr aufzeigen. Was Kinder verstehen befolgen sie eher. Das Aussuchen des sichersten Schulwegs sollte vor dem kürzeren Vorrang haben. Das regelmäßige Üben und Abgehen des Weges gibt dem Kind Sicherheit. Reflektierende Kleidung und Leuchtstreifen am Schulranzen sind für die Erkennbarkeit der Knirpse äußerst wichtig.

Alle Erwachsenen sollten den Kindern gute Vorbilder sein, nicht bei Rot über die Straße gehen, im Parkverbot halten oder neben dem Zebrastreifen noch schnell über die Straße hetzen. Kinder sehen dieses Fehlverhalten und ahmen es nach.

Die besondere Rücksichtnahme der Autofahrer ist ganz wichtig. Deshalb ist erhöhte Vorsicht zum Schulstart geboten. pol