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01.04.2011

Opfer erkennt Täter bei Facebook

PFORZHEIM. Zu jeweils zweijährigen Freiheitsstrafen wurden zwei junge Männer wegen besonders schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Die Haftstrafen wurden von der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichts zu dreijährigen Bewährungsstrafen ausgesetzt.

Ein 24-jähriger und ein 23-jähriger Pforzheimer, beide türkischer Abstammung, waren am 19. September 2010 gegen 23.30 Uhr in das Haus eines 24-jährigen Mannes in Engelsbrand eingedrungen. „Mit einem gemeinsamen Tatplan“, so der Vorwurf von Staatsanwalt Marco Mayer. Während einer der beiden Eindringlinge den Geschädigten mit einem Messer in Schach hielt, durchsuchte der mit einem Eisenrohr bewaffnete Mittäter die Wohnung. Nach Aussagen der Angeklagten habe man anfangs nach Drogen gesucht, um diese zu verkaufen und zu konsumieren, sei allerdings nicht fündig geworden.

So hätten sich die beiden Räuber spontan umentschieden und statt der erhofften Betäubungsmittel einen Computer, ein Soundsystem, Mobiltelefon, Armbanduhr und eine Halskette in einem Gesamtwert von 2.000 Euro mitgenommen. Schon einen Tag später konnte das unverletzt gebliebene Opfer den Ermittlungsbehörden die Täter liefern, da er Fotos von den beiden im Internet bei Facebook entdeckt hatte. So kam die Polizei auf die Spur des Verbrecherduos, das nur gegen Zahlung einer Kaution auf freiem Fuß bleiben durfte. Von der ersten Vernehmung an hatten die beiden Angeklagten das Geschehen ebenso wie bei der Hauptverhandlung vor Gericht eingestanden.

Es sei aber keine geplante, sondern eher eine spontane Tat gewesen, so die beiden früheren Mitglieder der „Black Jackets“, die sich beim Opfer entschuldigt und eine Schlichtungsvereinbarung getroffen hatten. Die geraubten Gegenstände wurden dem Geschädigten zurückgegeben, zusätzlich erhielt dieser 2.000 Euro als Schmerzensgeld. Da der Ausgeraubte aufgrund des Überfalls keinerlei psychische oder physische Folgen davon getragen hat, erkannte das Gericht auf einen minderschweren Fall. „Es liegt an ihnen, ob wir uns wiedersehen“, gab Richter Hermann Meyer den beiden Angeklagten mit auf den Bewährungsweg. Die zusätzlich ausgesprochen Geldstrafen von jeweils 3.000 Euro kommen der AG Drogen sowie Q-Prints&Service zu Gute. Block