




SCHÖMBERG. Die Augen fest aufs GPS-Gerät gerichtet und rein ins Unterholz: Das ist Geocaching. 25 Teilnehmer der PZ-Sommeraktion gingen am Dienstag auf Schatzsuche in den Schömberger Wald und waren begeistert.
Das Prinzip der modernen Schnitzeljagd ist schnell erklärt: Überall in Deutschland sind Tausende Schätze – sogenannte Caches – versteckt. Die gilt es zu finden und zwar mit Hilfe von satellitengesteuerten GPS-Geräten. Im Internet die Zielkoordinaten des gewünschten Caches heruntergeladen und los. Auf dem Weg zum Ziel sind dann meist noch einige Rätsel zu lösen. „Geocaching ist etwas für den Kopf und die Füße“, erklärte Experte Steffen Pfau, der die Tour für die PZ-Gruppe leitete. Wobei: Ist er beim Geocaching unterwegs, lässt sich der Pforzheimer lieber mit seinem Avatar – seinem Szene-Spitznamen – ansprechen: Sub_Rosa. Der 44-Jährige lebt sein Hobby und hat es auch zum Beruf gemacht. Unter seiner Federführung entstand das Schömberger Geocaching-Projekt, bei dem sich Neulinge zum Reinschnuppern bei der Gemeinde die rund 250 Euro teuren GPS-Geräte gegen eine geringe Gebühr ausleihen können.
Erstaunt darüber, wie einfach die GPS-Geräte nach Sub-Rosas kurzer Einführung zu bedienen waren, zogen denn auch die Teilnehmer der Sommeraktion los. Wie eine Herde hinter dem Leithammel formierte sich die Gruppe im Kurpark hinter Sub_Rosa. Doch schon an der ersten Weggabelung gab der die Führung ab und die Diskussionen gingen los: „Da lang?“ „Nein, hier rüber zeigt der Pfeil auf der Anzeige…“ „Ich glaube, ich laufe jetzt mal absichtlich falsch, um zu sehen, ob das Gerät funktioniert!“
Um es vorweg zu nehmen: Die Geräte funktionierten tadellos und es kamen am Ende auch alle wieder wohlbehalten aus dem Wald zurück.
Dazwischen lagen eine sechs Kilometer lange Runde, sechs Rätselstationen, die zum finalen Cache führten und gute vier Stunden. Bei schönstem Sonnenschein übrigens, nachdem es am Morgen noch wie aus Kübeln gegossen hatte. „Das ist doch noch gar nichts“, grinste Sub_Rosa: „Stellen Sie sich das mal bei vier Grad und Nieselregen vor. Aber wir Geocacher sind zäh.“ Und dem Naturschutz verbunden: „Die acht Routen hier im Schömberger Wald sind allesamt mit den Forstbehörden abgesprochen“, beruhigt Sub-Rosa.
Und so ließ sich denn auch keiner vom vermoosten, durchweichten Waldboden abschrecken. Angesteckt vom Jagdfieber stapfte die Truppe queerbeet durchs Unterholz, auf der Suche nach dem nächsten Cache – größenmäßig zwischen Filmdöschen und Benzinkanister angesiedelt. Zugegeben: Die Gruppe rätselte nicht mit letzter Konsequenz an den gefundenen Denksportaufgaben, um an die Koordinaten fürs nächste Ziel zu kommen. Die waren der Einfachheit halber für die PZ-Sommeraktion nämlich schon in den GPS-Geräten gespeichert. Der Begeisterung tat das aber keinen Abbruch. „Toll, dass die PZ ihren Lesern so etwas ermöglicht“, freuten sich die Teilnehmer der Sommeraktion – und Sub_Rosa freute sich, wieder ein paar Neugierige mit dem Geocaching-Virus infiziert zu haben.
Autor: Sven bernhagen



