




Indoor-Kartbahn in Ellmendingen gaben Leser so richtig Gas.
Dynamisch legt sich Luca Porth in die Kurve. Nur noch ein paar Meter, dann hat der Zwölfjährige das Ziel erreicht. Jetzt noch ein bisschen mehr Gas, und schwupps: Luca hat sich den ersten Platz innerhalb der B-Runde erfahren.
Die PZ-Sommeraktion war gestern zu Gast bei der Indoorkartbahn „Speed“ in Ellmendingen. 30 Leser knatterten dabei durch den kurvigen Rundkurs. In die Reifenstapel krachte keiner, doch alle sind sich einig: Kartfahren ist nichts für schwache Nerven. „Das ist ganz schön anstrengend“, ist sich Wolfgang Roth nach den ersten Runden sicher. Der Familienvater war zusammen mit seiner Frau Monika und seinen beiden Töchtern zur PZ-Sommeraktion gekommen.
Wer beim Betreten der Halle schon mal vorsichtshalber die Luft angehalten hat ob des erwarteten Benzingestanks, dürfte positiv überrascht gewesen sein: „Hier fahren alle Karts mit Erdgas. Und das stinkt nicht“, erklärte Geschäftsführerin Marianne Fend, die zusammen mit ihrem Mann Werner Drollinger die Kartbahn leitet. Seit 1996 sind die beiden in Ellmendingen im Geschäft, ein Jahr später sattelten sie von Benzinmotoren auf Erdgas um. Ansprechpartner für sie war dabei die Gasversorgung Süddeutschland, insbesondere Angela Grether, die bei der PZ-Aktion vor Ort war. Dass es nicht stinkt, heißt aber nicht, dass es nicht laut ist: Röhrend düsen die Leser vorbei. Die rot-gelben Flitzer liegen nur ein paar Zentimeter über dem Boden. Je schwerer der Fahrer, desto satter bleiben die Karts auch in Kurven liegen. Bei manchen schlägt das Heck in der 180-Grad-Kurve zur Seite aus. Auch Kartfahren ist Gefühlssache. Apropos Gefühl: „Man kommt sich viel schneller vor als man eigentlich fährt. Die Karts erreichen aber locker 70 Stundenkilometer“, weiß Streckenchef Enrico Wesierski.
Mit Fahnen und Signalleuchten gibt er den Fahrern Zeichen: Gelbes Blinklicht heißt Fuß vom Gas, es könnte eine Panne oder einen Unfall geben.
Die blaue Fahne schwenken die beiden Streckenposten Benedikt und Markus dann, wenn ein Fahrer einen schnelleren vorbei lassen soll. Die schwarz-weiß karierte Fahne zeigt das Ziel und das Ende des Rennens an. Das entschied übrigens Sebastian Wenz aus Remchingen für sich, zwölf Sekunden langsamer war Tanja Engel, auf dem dritten Platz landete Sebastian Bönig.
Für einige der routinierten Autofahrer war die Umstellung auf die Karts schwieriger als für Fahrneulinge: Mit dem rechten Fuß Gas zu geben und mit dem linken zu bremsen, verlangt Konzentration.
Dieses Wechselspiel der Füße hatten nach kurzer Zeit auch die jüngsten Fahrer drauf. Mädchen und Jungen, die sonst mit dem Fahrrad über den Asphalt heizen, fuhren gestern das erste Mal selbst einen motorisierten Untersatz . Hätte man unter Helm und Sturmhaube blicken können, hätte man sicher so manches glückliches Grinsen sehen können.
Autor: KRISTIN BAUER



