

EISINGEN. Die Gemeindepartnerschaft, auf italienisch „Gemellagio“, zwischen den Gemeinden Eisingen und San Polo d’Enza besteht seit 1989. San Polo mit seinen knapp 6000 Einwohnern liegt in der Provinz Reggio Emilia am Rande des Apennin unweit der geschichtlich bedeutsamen Burgruine Canossa. Gemeinsam wurde jetzt der 20. Geburtstag dieser Freundschaft beim Eisinger Weinfest des Musikvereins in der Bohrrainhalle gefeiert. Eine Delegation mit über 30 Bürgern aus San Polo, an der Spitze Bürgermeisterin Mirca Carletti, kam deshalb zu Gastfamilien nach Eisingen.
Bürgermeister Roland Bauer blickte in seiner Festansprache zurück auf die Anfänge der Beziehung, die durch eine Initiative des Enzkreises angeregt wurde. Eisingens früherer Bürgermeister Werner Kiko und auf italienischer Seite der damalige Bürgermeister Centurio Frignani hätten die Partnerschaft 1989 besiegelt, Vereine und Gruppierungen sich gegenseitig besucht.
Zahlreiche Freundschaften seien inzwischen besiegelt worden, sagte Bauer. Italienische Musik-Virtuosen haben bei einem Kelterfest die Gäste in den Bann gezogen. Italienische Spezialitäten, wie Lambrusco, Salami, Parma-Schinken oder echter Parmigiano Reggiano-Käse finden immer großes Interesse. Umgekehrt begeisterten die Eisinger Musiker das italienische Publikum. Sowohl Bauer als auch seine italienische Kollegin Mirca Carletti wiesen auf den großen Beitrag der Gemeindepartnerschaften für die Völkerverständigung hin. „Es ist das beste Mittel zur Friedenserziehung“, sagte Carletti. Unter der Federführung von Ute Lutz und Jürgen Kunzmann haben sich schon über 40 Interessenten zusammengefunden, um demnächst einen Verein für die Pflege der Partnerschaft mit San Polo zu gründen.
Als symbolisches Zeichen enthüllten die beiden Bürgermeister und Amtsvorgänger Werner Kiko am Eisinger Königsplatz einen Wegweiser mit Richtung zum 711 Kilometer entfernten San Polo. Dort wird derselbe Hinweis nach Eisingen aufgestellt werden. Mit beiden Nationalhymnen und dem Badnerlied umrahmte das Blasorchester des MVE den Akt.
Autor: Manfred Schott



