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03.02.2010

Polizisten finden bibbernden Unfallflüchtigen im Wald

NEUENBÜRG. Alkoholgenuss und Fortbewegung - das passt nur selten wirklich gut. Diese Erfahrung musste ein 64-jähriger Opel-Fahrer machen, der am Dienstagabend nicht nur beim Autofahren große Schwierigkeiten hatte, sondern danach bei seiner Unfallflucht zu Fuß und in der Dunkelheit ebenfalls recht unsicher einen bewaldeten Steilhang hinunter stapfte. Polizeibeamte fanden den bibbernden Mann durchnässt und stark frierend hinter einem Baum sitzend.

Am Dienstag um 22.30 Uhr war der Opel-Fahrer auf der Landstraße L340 in Richtung Dobel unterwegs. Er kam aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit, Schneematsch und Alkoholeinwirkung ins Schleudern und nach links von der Fahrbahn ab. Vorbeifahrende Autofahrer hielten an und bargen den 64-Jährigen aus dem in der Böschung liegenden Opel.

Anstatt sich bei den Helfern zu bedanken, versuchte der alkoholisierte Mann sich von der Unfallstelle zu entfernen. Eine Ersthelferin versuchte, dies zu verhindern. Der Mann riss sich jedoch los und flüchtete in den tief verschneiten bewaldeten Steilhang. Aufgrund der schlechten Witterung konnte die zu Hilfe gerufene Polizei eine Gefährdung des Unfallflüchtigen nicht ausschließen. Trotz der Gefahr von Schnee- und Sturmbruch entschlossen sich zwei Beamte des Polizeireviers Neuenbürg den Mann zu Fuß in den Wald zu folgen. Die Polizisten stapften in der Dunkelheit durch den 50 Zentimeter tiefen Schnee, immer auf der Spur des Unfallfahrers. Eine Stunde nach der Flucht des Mannes fanden die Polizisten den 64-Jährigen - er saß durchnässt und stark frierend hinter einem Baum.

Der Mann wurde sofort mit einem Polizeiauto auf das Polizeirevier Neuenbürg gefahren und dort von Rettungssanitätern versorgt. Überdies stellten die Beamten bei dem Mann deutliche Alkoholeinwirkung fest, weshalb der 64-Jährige eine Blutprobe und den Führerschein abgeben musste. Der Ausflug mit dem Opel in die Böschung und danach zu Fuß in den Steilhangwald könnte teuer werden, denn im Einsatz waren die Polizei mit drei Streifenwagen, zwei Rettungsfahrzeuge und die Feuerwehr. Am Opel entstand ein Schaden in Höhe von 1000 Euro. Das Fahrzeug musste durch eine Abschleppfirma geborgen werden. pol