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17.06.2010

Polizisten für Vampire gehalten und mit Stühlen beworfen

BRETTEN. Erhebliche Probleme hatten Polizeibeamte des Reviers Bretten am Mittwochabend gegen 21.45 Uhr mit einem offenbar psychisch stark angeschlagenen und äußerst gewalttätigen Mann auf dem Marktplatz. Unter anderen bewarf er sie mit Stühlen, weil er sich in einem Computerspiel wähnte und in den Polizisten angreifende Vampire sah. Die hatten ihre Mühe mit dem Mann, der sich lange erfolgreich gegen die vermeintlichen Beißattacken wehrte.

Zum Zeitpunkt des Polizeieinsatzes hielten sich auf dem Brettener Marktplatz  rund 100 Personen auf. Denen wurde ein nicht alltägliches Spektakel geboten. Während die Polizisten eine Anzeige wegen Zechbetrugs - der 45-Jährige konnte Speisen und Getränke im Wert von rund 20 Euro nicht bezahlen - aufnehmen wollten, verfiel der bereits in psychiatrischer Behandlung befindliche Mann plötzlich in einen hochaggressiven Zustand.

Als er wegen seines Verhaltens in Gewahrsam genommen werden sollte, warf der in Calw wohnhafte Mann mehrere Stühle in Richtung der Polizeibeamten. Wie der Karlsruher Polizeisprecher erläutert, sah sich der aggressive Mann offenbar in einer Angriffssituation in einem Computerspiel und betrachtete die Polizeibeamten als attackierende Vampire. Allerdings beließ er es nicht dabei, sich wie in einem Computerspiel per Joystick oder Gamepad zu wehren.

Nach den Stuhlwürfen ging es in den Nachkampf. Der Vampir-Gegner bewies überraschende Nehmerqualitäten, denn die Anwendung von Haltegriffen, Streckhebeln und körperlicher Gewalt blieb auf Seiten der Polizei ebenso erfolglos wie der Einsatz von Pfefferspray und des Schlagstocks. Das alles blieb ohne erkennbare Wirkung. Erst als der Mann quer über den Markplatz flüchtete, dabei über mehrere Holzfiguren fiel und danach über einen Tisch der Außenbewirtschaftung stürzte, konnte er auf dem Boden gehalten und durch die Unterstützung zweier Polizeibeamte, die sich privat auf dem Marktplatz aufhielten, festgenommen werden.

Unterstützung erhielten die Beamten auch von Kollegen der Reviere Mühlacker und Bruchsal sowie von der Hundestaffel aus Karlsruhe. Der durch den Sturz leicht am Kopf verletzte Mann wurde von einem Arzt in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen. Die eingesetzten Polizeibeamten blieben glücklicherweise unverletzt. Ob es tatsächlich Bisswunden gab, ist nicht aus der Polizeimeldung hervorgegangen. pol