

drei Millionen umgebaut.
Wo noch vor kurzem mehrere hundert Menschen täglich zu Mittag gegessen haben, herrscht umtriebige Arbeit ganz anderer Art: Hier staubt es, wird gehämmert, gebohrt, gemeißelt. Großbaustelle auch dort, wo zuvor Kochkessel, Herde, Spülmaschine oder Kühlhaus gestanden haben. Vier Wochen ist es her, dass Bauarbeiter im Berufsförderungswerk Schömberg mit Presslufthämmern und Kleinbaggern angerückt sind und den Küchentrakt und den Speisesaal komplett ausgebeint haben.
Warum das so ist, erklärt Geschäftsführer Klaus Krebs: „Unsere Küche wurde Anfang der 60er Jahre gebaut, zwei Mal umgebaut und ist nach einem halben Jahrhundert einfach in die Jahre gekommen. Vieles entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine Großküche, die täglich fast 800 Essen herstellt.“ Böden, Heizung und Lüftung seien sanierungsbedürftig gewesen, die technischen Geräte zuletzt sehr reparaturintensiv. „Und unser Speisesaal stammt aus einer Zeit, wo der Liter Heizöl noch 19 Pfennig gekostet hat.“ Von den Energiekosten betrachtet, habe es also dringenden Handlungsbedarf gegeben, so Klaus Krebs.
Die Planungen für den Umbau reichen schon ein paar Jahre zurück. Immerhin geht es doch um eine ganz ordentliche Bausumme. Rund drei Millionen Euro wird der Umbau von Küche und Speisesaal verschlingen. Der Löwenanteil davon fällt für die Koch- und Gebäudetechnik an, also für die technischen Anlagen. Aber auch die Investitionen in Wärmedämmung und weitere energetische Maßnahmen schlagen kräftig zu Buche. Der Umbau sei eine wichtige Investition in die Zukunft des Berufsförderungswerks, meint Klaus Krebs, auch wenn es dafür keine Zuschüsse und Fördermittel gäbe.
„Wir wollen auch künftig Essen in sehr hoher Qualität anbieten. Und für unsere Teilnehmer, die wir hier qualifizieren, ist ein gesundes und auf ihre gesundheitlichen Bedürfnisse zubereitetes Essen ganz besonders wichtig.“
Spannend und eine kleine logistische Meisterleistung ist die Zeit des Übergangs: In Containern wird seit Beginn des Umbaus gekocht und ein eigens erstelltes Großzelt beherbergt den Übergangsspeisesaal mit knapp 200 Plätzen. „Da hatten wir anfangs schon mit einigen Problemen zu kämpfen“, berichtet Ingrid Tauchmann, im BFW für die Baubegleitung verantwortlich. Nach kräftigen Regengüssen lief schon mal das Wasser ins Zelt oder anfangs streikte noch der Heizlüfter.
BFW-Küchenchef Otto Zürn ist zuversichtlich, dass der Umbau Ende des Jahres abgeschlossen sein kann: „Wenn alles läuft, wie geplant, wird die Weihnachtsgans schon in der neuen Küche gebraten“. Und ein neues, noch individuelleres Essensausgabekonzept, ein Speisesaal mit Wohlfühlambiente und ein vielfältiges und gewohnt gutes Speisenangebot entschädigen dann für die kleinen Unannehmlichkeiten der Umbauzeit.vio/pm



