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06. Juli 2012
Schon beim Wahlkampf in Schömberg vor fünf Jahren wurde die damalige Kandidatin Bettina Mettler heftig angegangen.Damals hoffte sie noch, dass sie schnell für ein gutes Klima im Gemeinderat sorgen könne. PZ-Archiv
Schon beim Wahlkampf in Schömberg vor fünf Jahren wurde die damalige Kandidatin Bettina Mettler heftig angegangen.Damals hoffte sie noch, dass sie schnell für ein gutes Klima im Gemeinderat sorgen könne. PZ-Archiv

Prügelknabin Mettler: Streit bremst Schömberg aus

Schömberg. Es läuft nicht rund für die Schömberger Bürgermeisterin Bettina Mettler. Das Glück – das sie der Gemeinde auf die Fahne geschrieben hat – ist der Bürgermeisterin selbst nicht hold. Welches Thema sie auch anpackt, man kann sich fast sicher sein: Es eskaliert. 

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Wer die Gemeinderatssitzungen verfolgt, merkt: Die Stimmung ist angespannt, der Ton bisweilen scharf. Einige Beispiele gefällig: Der geplante Abriss des Wellenbades stößt vielen Bürgern auf, die Diskussion um Windräder in Langenbrand treibt die Anwohner auf die Barrikaden, die Planungen für ein Einkaufszentrum auf dem ehemaligen Gelände des Berufsförderungswerkes besorgt die Einzelhändler und die Hoteliers und Gastronomen kritisieren die Ausrichtung des Tourismus in Schömberg.

Im schlimmsten Fall tragen die Beteiligten ihre Unstimmigkeiten in der Öffentlichkeit aus. Manchmal sind die Fronten sogar so verhärtet und die Entscheidungsträger so wenig kompromissbereit, dass sich in der Gemeinde gar nichts mehr bewegt. Wichtige Entscheidungen werden auf die lange Bank geschoben. Egal wie: Der Gemeinderat Schömberg macht derzeit keine gute Figur. Genauso wenig dessen Vorsitzende, Bürgermeisterin Bettina Mettler, die noch drei Jahre Amtszeit vor sich hat.

Doch woran liegt es, dass sich Mettler in ihrer Heimatgemeinde so schwer tut? Zur Erinnerung: Bereits beim Wahlkampf wehte im heilklimatischen Höhenkurort ein rauer Wind. Gegen Ende des Wahlkampfes war die Stimmung aufgeheizt. „Sie ist teilweise brutal angegangen worden“, stellte SPD-Fraktionschef Helmut Sperth damals fest. Und das auch auf persönlicher Ebene.

Hohe Ziele

Besonders die Räte der CDU und der Unabhängigen Wählervereinigung waren nicht glücklich über Mettlers Wahl, wie immer wieder durchsickerte. Sie hatten ihren Gegenkandidaten Johann Keller unterstützt. Doch Mettler reagierte nach ihrem Wahlsieg großherzig. „Ich bin nicht nachtragend“, sagte sie. Und: Sie sei sicher, dass man schnell zu einem guten Miteinander finden werde. Dieser Wunsch hat sich nicht erfüllt. Noch immer wirkt das Verhältnis von Mettler und einigen Gemeinderäten angespannt. Jürgen Seibold (CDU) etwa legt gerne den Finger in die Wunden der Bürgermeisterin und stellt ihr in öffentlichen Gemeinderatssitzungen spitze Fragen. Nicht immer reagiert die Bürgermeisterin dann souverän auf Kritik. Zu vieles nimmt sie persönlich. Nicht selten wird dann die Stimme spitz, der Ton schnippisch.

Dabei sagte Mettler nach ihrem Wahlsieg noch, sie habe ein eher vermittelndes Wesen und könne so hoffentlich bald für ein gutes Klima sorgen. „Damit wir hier handlungsfähig sind“, sagte sie. Daraus wurde nichts. Die Räte geben nach außen noch immer ein Bild der Zerrissenheit ab. Forderte doch zuletzt sogar eine Bürgerin bei einer Gemeinderatssitzung: „Sie haben eine hohe Verantwortung. Schieben Sie Entscheidungen nicht weiter in die Warteschleife. Das hat eine schlechte Außen- und Innenwirkung. Ich appelliere an Sie: Arbeiten Sie wieder konstruktiv zusammen.“

Schwere Aufgabe

Oft wird Mettler von verschiedenen Seiten die Schuld dafür zugeschrieben, dass sich in der Gemeinde nichts bewegt. Doch letzten Endes sind ihr bei der Gestaltung der Zukunft Schömbergs die Hände gebunden – zumindest solange der Gemeinderat nicht mitzieht. Ob es ihr irgendwann gelingt für Harmonie im Gemeinderat zu sorgen? Für die Gemeinde wäre das wichtig, um im Wettbewerb mit anderen Kommunen zu bestehen. Denn noch hat Mettler drei Jahre Amtszeit vor sich. Und wenn sich das Klima zwischen Gemeinderat, Verwaltung und der Bürgermeisterin in dieser Zeit nicht bessert, wird die Gemeinde noch weitere drei Jahre wenig voran bringen.

Autor: Bärbel Schierling

10.07.2012

Leserkommentare (3)

Mehr Kommentare
1
Yuppi08 | 10.07.2012 | 08:31

Endlich mal ein Artikel der aufzeigt, daß beide Seiten nicht harmonieren. Eine Lösung bzw. Annäherung wird es bei den bekannten Persönlichkeiten auf lange Sicht nicht geben. Schade, daß eben die gesamte Gemeinde darunter zu leiden hat. Aber wenn halt jeder auf seinen Prinzipien reitet, wird´s halt nix und die Bevölkerung kann´s ausbaden bzw. teuer bezahlen. mehr...

2
Schömberger Pausezeichen | 11.07.2012 | 13:02

...es könnte ja auch sein, daß die Bürgern in Schömberg zornig sind, weil Ihnen so langsam klar wir, daß sie keine eloquente Bürgermeisterin gewählt haben sondern einer (zugegebenermassen sehr guten) Werbeagentur aufgesessen sind: [URL]http://www.buergermeistermacher.de/index.php?id_content=50[/URL] mehr...

3
Schreiberling | 11.07.2012 | 20:34

Prügelknabin. Was es nicht alles gibt! Liebe Mitglieder und Mitgliederinnen! mehr...

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