nach oben
Lösungssuche im Rinderstall: Regierungspräsidentin Nicolette Kressl beim Mönsheimer Landwirt Martin Drodofsky. Milchbauern sind in Not. Foto: Rudeck
Lösungssuche im Rinderstall: Regierungspräsidentin Nicolette Kressl beim Mönsheimer Landwirt Martin Drodofsky. Milchbauern sind in Not. Foto: Rudeck
19.10.2016

Regierungspräsidentin in Milchviehbetrieb: Bei Bauern geht die Angst um

Mönsheim. „Zukunftsorientierte Milchproduktion“: So lautete das große Leitthema beim Besuch der Regierungspräsidentin Nicolette Kressl auf dem Milchviehbetrieb der Familie Drodofsky in Mönsheim. Doch bedeutet „zukunftsorientiert“ nicht automatisch auch kostendeckend. Seit fünf Jahrzehnten arbeiten die Drodofskys auf dem eigenen Hof am Rande von Mönsheim – und das mit von Jahr zu Jahr wachsender Sorge um die finanzielle Zukunft. Bei den Milchbauern geht Furcht um.

„Bei der momentanen wirtschaftlichen Lage haben alle Angst“, sagt Landwirt Andreas Drodofsky. „Das Wasser steht uns bis zum Hals“, bestätigt Vater Martin. Und das obwohl der Betrieb als vorbildlich gilt in Hinblick auf tiergerechte und moderne Milchviehhaltung. Doch mit dem Wegfallen der Milchquotenregelung ist kaum noch eine rentable Milchproduktion möglich. Regierungspräsidentin Nicolette Kressl versteht die Nöte, sieht sich aber auch einem sehr komplexen Problem gegenüber: „Wenn ein marktwirtschaftliches System aus den Fugen gerät, lässt sich das nicht ohne Weiteres lösen.“

Doch sieht Kressl einen ersten Lösungsansatz. Und der liegt beim Verbraucher: „An Grundnahrungsmitteln zu sparen, darf nicht zum Hobby werden.“ Mehr Geld für gute, regionale Produkte wie Milch sollte ausgegeben werden, statt für eher verzichtbare Dinge wie Unterhaltungselektronik.