


SCHÖMBERG. Das Fazit nach eineinhalb Stunden Gesang mit Gotthilf Fischer war für Bürgermeisterin Bettina Mettler klar: „Singen macht glücklich“. Ein Blick in die etwa 1000 Gesichter rund um die Kur-Terrasse war Beweis genug.
Kurz zuvor hatte der 82-jährige Entertainer auch während der Podiumsdiskussion im Kurhaus mit dem Psychologen Ulrich Giesekus, dem Philosophie-Professor Günther Bien, dem Betriebswirtschafts-Professor Karlheinz Ruckriegel, Schömbergs Touristik-Manager Till Weigl und Moderatorin Simone Langendörfer eine Möglichkeit des Glücks aufgezeigt: singen in der Gemeinschaft.
Was dem Chorkönig vor vollen Stuhlreihen im großen Saal gelang, klappte auch rund um die Konzertmuschel im Kurpark tadellos. Sogar die zu Anfang des Eröffnungstages noch zögerliche Sonne, ließ sich blicken, kaum dass Fischer die Bühne betrat. Getreu dem Motto: „Mir schwätzet net lang, mir singet glei“, fackelte der Mann, der seit vielen Jahren die Massen bewegt, nicht lange. Er musste nur ein Lied mit der instrumentalen Begleitung vom Band anstimmen und auffordernd den Dirigenten-Arm heben, schon erklangen die Lieder aus Hunderten von Kehlen: „Horch, was kommt von draußen rein“, „Hoch auf dem gelben Wagen“, „Das Wandern ist des Müllers Lust“.
Aber auch ganz ohne technische Hilfe, nur mit Gotthilf Fischers Einsatz-Vorgabe zeigten sich die Schömberger und ihre Gäste aus der Region in der Lage, den dreistimmigen Kanon „Es tönen die Lieder“ zu einem besonderen Klang- und Gemeinschafterlebnis zu machen.
Diese ganz eigene Atmosphäre schlug nicht nur die älteren singenden Besucher in den Bann. Immer wieder waren auch wippende Kinderfüße oder kleine klatschenden Hände zu sehen.
Die vierjährige Zoe aus der Schweiz etwa, die ihre Großeltern aus Althengstett nach Schömberg begleitet hatte, war vor der Bühne gar nicht mehr zu bremsen: Sie tanzte und sang fröhlich mit.
Begeistert nahmen zahlreiche Besucher zum Abschluss auch die Möglichkeit wahr, sich nach dem Auftritt mit dem Chorkönig fotografieren zu lassen oder ein Autogramm zu bekommen. Und Fischer erzählt: „Sagt eine Frau vorher zu mir, Herr Fischer heut habet sie mich glücklich g‘macht. Und ich frag ‚warum‘. Sagt sie zu mir: ‚Ja, heut hab ich sie lebig gesehen.“ Dieser Umstand und das Gemeinschaftserlebnis, so zeigte sich an diesem Mittag, bescherte zahlreichen Menschen in Schömberg wahre Glücksmomente.
Autor: PZ-REDAKTEURIN VIOLA KRAUSS



